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WEC: Glickenhaus baut Hypercar —

Kult-Hersteller kommt nach Le Mans

Der populäre Hersteller Glickenhaus hat ein Hypercar-Modell präsentiert, das 2021 bei den 24 Stunden von Le Mans starten soll. Interesse am neuen Reglement schwach?

Die Scuderia Glickenhaus ist das Kult-Team der Sportwagenszene, vor allem bei den 24 Stunden am Nürburgring. Mit einem eigens konstruierten Prototyp aus der Schmiede von US-Milliardär und Ex-Filmproduzent James Glickenhaus kämpft es gegen die großen Werke in der GT3-Klasse. 
2021 soll nun auch der große Traum von Glickenhaus in Erfüllung gehen: Dann sollen zwei seiner Rennwagen bei den 24 Stunden von Le Mans fahren – und zwar in der Topklasse! „Es ist 50 Jahre her“, spielt Glickenhaus auf den Ford-Sieg von 1969 an, „als zuletzt ein in Amerika konstruiertes Auto Le Mans gewonnen hat. Wir streben an, das zu ändern.“
Dafür wurden erste Modellfotos vom neuen Glickenhaus SCG007 LMP1 präsentiert, ein Hypercar nach dem neuen Le-Mans-Reglement, das ab 2021 greifen wird. Davon sollen 25 Modelle für die Straße entwickelt werden (Stückpreis: eine Million US-Dollar) und zwei für die Rennstrecke. Ein Renner wird von der Scuderia Glickenhaus selbst eingesetzt, ein zweiter von einem Kundenteam.
Die technischen Details sind bislang noch unklar – auch welcher Motor im Heck röhren wird. Derzeit fährt Glickenhaus mit Honda-Triebwerken. Das Reglement für 2021 schreibt vor, dass Hersteller ihre Motoren für einen Maximalpreis auch an andere Teams verkaufen müssen.
Derzeit ist aber auch noch fraglich, wie viele Hersteller es überhaupt geben wird. Tatsächlich sind von den diversen Interessenten am neuen Hypercars-Konzept nur noch drei Hersteller übrig geblieben, die bei der Regelausarbeitung involviert sind. Neben der auch aktuell in der LMP1 engagierten Marke Toyota sind das McLaren und Aston Martin.
Privatteams zeigen durchaus Interesse an der neuen Hypercars-LMP1-Klasse, neben Glickenhaus auch das deutsche Kolles-Team.
Autor: Michael Zeitler