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WEC: Alonso auf Titelkurs —

LMP1-Klasse wird lächerlich gemacht

Fernando Alonsos Sommerpause endet an diesem Wochenende mit dem Sechs-Stunden-Rennen von Silverstone. Doch neue Regelanpassungen sorgen für Diskussionen.

Ist diese 1000-PS-Prototypen-Klasse LMP1 in der Sportwagen-WM nur noch eine Farce? Vor dem Rennen am Wochenende in Silverstone (Samstag, 14.30 Uhr, SPORT 1), dem dritten Saisonlauf, wurden das Reglement in der LMP1-Kategorie geändert. Die Regel, wonach dem einzigen Werksteam Toyota zugesichert wird, die Rundenzeiten ihrer Hybrid-Fahrzeuge würden mindestens 0,5 Prozent schneller sein als die Nicht-Hybrid-Fahrzeuge der Privatteams, ist gestrichen worden.
In den Reihen der Privatteams greift Unmut um sich. Sie haben in der Regel schon immer eine Bevorzugung Toyotas gesehen, damit die Japaner im 20. Anlauf endlich die 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Das ist jetzt passiert. André Lotterer, der für Rebellion fährt, glaubt: „Auch ohne diese Regel und mit den neuesten Zugeständnissen, ist Toyota außer Reichweite."
Die Privaten bekommen weitere Zugeständnisse, wie eine erhöhte Benzindurchflussmenge im Motor, aber auch beim Nachtanken. Dazu darf Rebellion als einziges Team mit Saugmotor (die anderen Privatteams setzen Turbomotoren ein) 15 Kilogramm ausladen – ist jetzt 60 Kilo leichter als der Toyota TS050 Hybrid.
Die Privatteams haben ohnehin zu kämpfen. ByKolles trennt sich von zwei Fahrern: Tom Dillmann und Dominik Kraihammer. Nur Oliver Webb bleibt an Bord, dazu kommt der Österreicher René Binder. Das Manor-Team zieht sich komplett zurück, weil die Ginetta-Chassis derzeit von Mécachrome auf AER-Motoren umgerüstet werden.
Siegfavorit in Silverstone ist damit also wieder Toyota, allen voran der Wagen mit Fernando Alonso am Steuer. Der Formel-1-Star gewann mit Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima bereits die ersten zwei Saisonrennen in Spa und Le Mans. Jetzt soll der WM-Titel her.
Autor: Michael Zeitler