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Renault Zoe Facelift (2019): Elektro, Motoren, CCS, Reichweite —

So hat Renault den Zoe verbessert

Renault verbessert seinen Zoe und spendiert ihm eine zweite Motor-Option. AUTO BILD hat alle Infos zum kleinen Elektro-Franzosen!

Renault spendiert dem kleinen Zoe ein großes Facelift. 2013, im Geburtsjahr des französischen E-Autos, stand der Zoe in Europa noch ziemlich alleine da. Kaum ein Hersteller traute sich an einen Kleinwagen mit voll elektrischem Antrieb. Seitdem hat Renault sein E-Auto immer wieder verbessert und mit größeren Akkus (also mehr Reichweite) ausgestattet. Doch mittlerweile kann auch die aktuelle Version des Zoe nicht mehr ganz mithalten: Zeit also für ein umfangreiches Facelift!

Design: Frisches Aussehen für den Zoe

Renault frischt den Zoe erstmals in puncto Optik auf. An der Front erhält das E-Auto Voll-LED-Scheinwerfer (Serie), einen neuen, angedeuteten Kühlergrill und eine frische Schürze. Die erinnert etwas an den Diamantkühlergrill von Mercedes und ist je nach Ausstattung mit Chrom-Elementen bestückt. Zum Facelift bietet Renault den Zoe erstmals optional mit Nebelscheinwerfern an. Im Profil hat sich nichts geändert, die Form der hinteren Türen bleibt gewohnt verspielt, auch die Dachlinie bleibt gleich. Neu sind die unterschiedlichen Felgen-Optionen: Der Zoe steht serienmäßig auf 15-Zoll-Felgen, gegen Aufpreis sind auch 16- und 17-Zöller erhältlich. Das Heck bleibt altbewährt, es bekommt aber neue Rückleuchten mit horizontalen Streben, die das bisherige stilisierte Renault-Zeichen ersetzen. Der Blinker ist am Heck als Wischblinker à la Audi/VW ausgeführt.

Innenraum: Alles neu

Der Innenraum des Zoe ist komplett neu und erinnert kein bisschen an den Vorgänger. AUTO BILD machte die erste Sitzprobe! Schon beim Einsteigen wird klar: Renault hat ordentlich an der Qualitätsschraube gedreht und den Zoe deutlich aufgewertet. Das neue Lederlenkrad stammt aus dem Clio und fühlt sich im Vergleich zum Vorfacelift viel ergonomischer an. Dahinter findet ein zehn Zoll großes, voll digitales Kombiinstrument Platz. Es ist serienmäßig an Bord und erhält in höheren Ausstattungen mehr Funktionsumfang. Die Ablesbarkeit ist – zumindest bei der Sitzprobe im Fotostudio – gut, Auflösung und Detailtreue sind hoch. Bis auf die Türtafeln ist der Innenraum mit aufgeschäumtem Kunststoff verkleidet. Die Soft-Touch-Oberflächen fühlen sich hochwertig an und wirken edel. Die Oberflächen werden je nach Ausstattung mit Leder oder recyceltem Gewebe kombiniert. Brandneu ist auch das Infotainment. Das neue "Easy-Link"-System ersetzt das bisherige "R-Link"-Infotainment und ist um einiges intuitiver gestaltet. Bereits in der Basis wird es über einen Sieben-Zoll-Touchscreen bedient, optional 9,3 Zoll. Apple Carplay und Android Auto sind immer mit an Bord. Platz genommen wird auf Sitzen mit relativ wenig Seitenhalt. Die Platzverhältnisse sind in der ersten Reihe ausreichend. Im Fond wird es eng, aber nicht unangenehm. Kürzere Strecken sollten für Personen bis 1,80 Meter kein Problem sein, größere Passagiere könnten sich etwas eingeklemmt fühlen.

Ausstattung und Connectivity: Zoe jetzt mit Easy Link

Mit dem Facelift erhält der Zoe auch ein vollkommen neues Infotainment System. Das neue "Easy Link"-System verdrängt mithilfe der neuen Renault-Modelle das in die Jahre gekommene "R-Link"-Infotainment. Es wurde in Zusammenarbeit mit Bosch, Google und TomTom entwickelt und soll besonders intuitiv sein. Zwei Bildschirmgrößen werden angeboten: In der Basis sind es sieben Zoll, optional geht es bis 9,3 Zoll. Apple Carplay und Android Auto sind immer serienmäßig.
Auch in Sachen Assistenten rüstet Renault den Zoe auf. Der geliftete E-Franzose erhält unter anderem eine Verkehrszeichenerkennung, einen Totwinkelwarner, einen Notbrems- sowie einen Spurhalte-Assistent. Auch für den Parkvorgang packt Renault allerlei Helferlein in den Zoe, darunter eine automatische Einpark-Funktion, eine automatische Parkbremse und eine Rundumüberwachung.

Motoren, Akkus, Reichweite: Zwei Motoren im Zoe

Erstmals bietet Renault den Zoe mit zwei Motor-Optionen an. Das Basismodell nutzt den R110-Motor mit 80 kW (109 PS) und einem Drehmoment von 225 Nm aus dem Stand. Das Topmodell mit R135-Motor erzeugt eine Leistung von 100 kW (136 PS), die mit 245 Nm auf den Asphalt gebracht werden. Beide Modelle nutzen den gleichen 52-kWh-Akku. Batterien mit weniger Kapazität werden nicht angeboten. Die Reichweite soll vorläufig für die R135-Version bei 390 Kilometern liegen (nach WLTP). Der kleinere R110 ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht homologiert, weshalb sich die Reichweite hier noch nicht genau angeben lässt. Bis zum Marktstart Ende 2019 haben die Franzosen aber noch Zeit. Mehr Leistung will auch gebremst werden, deshalb verpasst Renault dem Zoe erstmals Scheibenbremsen an beiden Achsen.
Auch eine Schnellladefunktion erhält der Zoe zum Facelift. Dank Gleichstrom-Lademöglichkeit lässt sich der kleine Franzose mit bis zu 50 kW aufladen. Damit soll die Batterie innerhalb von 30 Minuten so weit aufgeladen werden, dass wieder 150 Kilometer Reichweite zur Verfügung stehen. Der Stecker kommt zum Facelift in der CCS-Variante.
Fazit von Andreas Huber: Der geliftete Zoe ist deutlich erwachsener geworden. Renault hat sinnvolle Elemente des Vorgängers behalten und an den nötigen Stellen nachgebessert. Mit mehr Reichweite und stärkeren Motoren könnte der Zoe zu einem spaßigen Zeitgenossen im Großstadt-Dschungel werden!
Autor: Andreas Huber
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