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Nürburgring: Rekorde und Bestzeiten —

Die Könige am Nürburgring

Wer ist der Schnellste am Nürburgring, fährt die beste Rundenzeit auf der Nordschleife? Der Renault Mégane R.S. Trophy-R ist das schnellste frontangetriebene Serienauto. Alle Rekordhalter der Grünen Hölle!

Mal offen, mal abseits der Öffentlichkeit ringen die Autohersteller um die schnellste Zeit auf der Nordschleife. Immer geht's darum, wer König der Grünen Hölle ist: Wer legt die beste Rundenzeit auf dem Nürburgring hin? Offizielle Rekorde gibt es nicht, die Ring-Betreiber selbst nehmen keine Zeiten. Daher messen die Hersteller selbst. Insofern ist kein Rekord offiziell – und lange sicher ist er nie, denn schnell ist das nächste Team auf Rekordjagd. AUTO BILD zeigt die Rekordhalter aller Gattungen!

Renault Mégane R.S. Trophy-R schnellster Fronttriebler

Renault hat mit dem Mégane R.S. Trophy-R einen Rekord für Fronttriebler auf der Nordschleife aufgestellt. 7.40,100 Minuten brauchte das limitierte Sondermodell auf Basis des neuen Mégane R.S. Trophy für eine Runde durch die Grüne Hölle. Der Trophy-R ist nochmals 130 Kilogramm leichter als der Mégane R.S. Trophy. Dazu überarbeiteten die Entwickler das Fahrwerk und die Aerodynamik. Unter der Haube blieb es beim 300 PS starken 1,8-Liter-Turbobenziner.

Mercedes-AMG GT R Pro schafft 7.04,63 Minuten

7.04,63 Minuten hat die Runde von Marco Engel mit dem neuen Mercedes-AMG GT R Pro um die Nordschleife gedauert. Das bedeutet Platz neun in der ewigen Bestenliste straßenzugelassener Autos. Bei der Fahrt verdrängte der Affalterbacher Supersportler einen Konzerbruder aus den Top Ten.

Mercedes-AMG GLC 63 S 4Matic+: schnellstes Serien-SUV

Zuletzt bezwang AMG-Ingenieur Markus Hofbauer mit einem Mercedes-AMG GLC 63 S 4Matic+ bei herbstlichen Streckenbedingungen die Nordschleife in 7.49,369 Minuten. Das beglaubigte ein Notar. Der Wagen ist damit das schnellste serienmäßige SUV und hat laut Mercedes seinen italienischen Konkurrenten, den Alfa Romeo Stelvio QV aus dem Stand auf Platz zwei verwiesen.

Porsche 911 GT2 RS MR: schnellster straßenzugelassener Wagen

6.40,3 Minuten! Diese Zeit hat Porsche-Testfahrer Lars Kern am 25. Oktober 2018 erfahren. Er umrundete die Nordschleife mit einem von Porsche und Manthey Racing aufgebauten 911 GT2 RS MR. Der Wagen ist damit nach Porsche-Angaben der schnellste straßenzugelassene Sportler am Ring. Der 700 PS starke GT2 RS MR (MR steht für Manthey-Racing) war mit einem Performance-Kit des Tuners ausgerüstet. Die Gesamtabstimmung wurde der Charakteristik der Grünen Hölle angepasst. Den Fahrersitz tauschte das Team gegen eine Schale aus dem Rennsport, ohne jedoch das Gewicht zu verändern. Ein Notar bestätigte die Zeit.

AMG GT 63 S 4Matic+ schnellster Serien-Viersitzer am Ring

Mercedes-AMG ist mit dem GT 63 S 4Matic+ in 7.25,41 Minuten eine Runde um die Nordschleife gefahren – und hat den 639 PS starken Sportler nach Angaben der Stuttgarter zum schnellsten serienmäßigen Viersitzer am Ring gemacht. Am Steuer des komplett ausgestatteten und für die Rekordfahrt nicht umgebauten Fahrzeugs saß Entwicklungs-Ingenieur Demian Schaffert. Mercedes ließ sich das Ergebnis notariell beglaubigen.

Porsche 919 Hybrid Evo: der König der Nordschleife

5.19,55 Minuten! In Worten: Fünf Minuten, 19 Sekunden und 55 Hundertstel. Mit dieser Fabelzeit knackte Werksfahrer Timo Bernhard in einem Porsche 919 Hybrid Evo den 35 Jahre alten Rekord von Stefan Bellof (6.11,13 Minuten) und krönte sich und seinen Rennwagen am 29. Juni 2018 zum König des Nürburgrings. Schneller umrundete noch kein Fahrzeug die legendäre Nordschleife – der 919 Hybrid Evo ist mit weitem Abstand der schnellste Ringfahrer aller Zeiten.

Neuer GT3 RS erzielt Top-3-Zeit

Porsche bleibt am Nürburgring eine Macht: Der Sportwagenhersteller setzte zuletzt eine weitere Bestmarke. Der neue 911 GT3 RS bewältigte die Nordschleife in nur 6.56 Minuten und schob damit den Porsche 918 Spyder um einen Rang nach hinten. Er ist damit der siebte straßenzugelassene Sportwagen, der die Strecke in unter sieben Minuten absolvierte und der viertschnellste Porsche in diesem Vergleich. Im folgenden Video können Sie die Fahrt miterleben.

Die schnellsten Straßen-Fahrzeuge

Platz 1: Den Titel der schnellsten für die Straße zugelassenen Autos holt sich Porsche mit dem 911 GT2 RS MR und 6.40,3 Minuten. Dahinter reihen sich erst Lamborghini mit dem Aventador SVJ und 6.44,97 Minuten und dann wieder Porsche mit dem normalen 911 GT2 RS ein, der eine Zeit von 6.47,3 Minuten schaffte. Mit Platz 4 muss sich der Lamborghini Huracán Performante begnügen. Die Speerspitze der Huracán-Baureihe absolvierte die 20 Kilometer lange Strecke in 6.52 Minuten. Platz 5 belegt noch ein Fabrikat aus Zuffenhausen. Der Porsche 911 GT3 RS erfuhr mit seinen 520 PS eine Zeit von 6.56 Minuten. Nachfolgend die weiteren Top-10-Zeiten der straßenzugelassenen Supersportler:
Platz 6: Porsche 918 Spyder – 6.57 Minuten
Platz 7
: Lamborghini Aventador SV – 6.59 Minuten
Platz 8:
Dodge Viper ACR – 7.01 Minuten
Platz 9: Mercedes-AMG GT R Pro – 7.04 Minuten
Platz 10: Nissan GT-R Nismo – 7.08 Minuten

Die schnellsten Elektro-Renner

Dem E-Auto gehört die Zukunft, das scheint klar. Wem das nicht gefällt, der sollte sich den Rekord des NIO EP9 vergegenwärtigen: Der rund 1,3 Millionen Euro teure und 1260 Elektro-PS starke Renner aus China beschleunigt in sieben Sekunden auf Tempo 200 und absolvierte seine Runde auf dem Ring in 6.45 Minuten. Damit ist der Nio dort das viertschnellste Auto überhaupt!

Die schnellsten Hybride

Seit dem 29. Juni 2018 ist der schnellste Hybrid auch der König vom Nürburgring. Der Porsche 919 Hybrid Evo brannte eine Zeit von 5.19,55 Minuten in den Asphalt und schlug damit die Konkurrenz um Längen. Zuvor war der 986 PS starke McLaren P1 LM (fünf Exemplare weltweit) das schnellste Hybrid-Fahrzeug auf der Nordschleife mit einer Zeit von 6.43 Minuten.

Die schnellsten Limousinen

Den Titel "schnellste Limousine" reklamiert der Jaguar XE SV Project 8 für sich. Der optisch mehr als auffällige Brite ist ein auf 300 Exemplare limitiertes Sondermodell des XE und kommt mit einem 600 PS starken Fünfliter-V8. Seine Zeit: 7.21,23 Minuten. Damit landet der Alfa Romeo Giulia QV mit 7.32 Minuten nur noch auf dem zweiten Platz. Dicht dahinter folgt der 460 PS starke und limitierte BMW M3 CS, der für eine Runde 7.39 Minuten braucht. Mit über zehn Sekunden Abstand sichert sich der Volvo V60 Polestar Platz 4. Er umrundet die Nordschleife in 7.51 Minuten. Der Subaru WRX STI Type RA NBR Special ist zwar eine Limousine, fällt aber durch seine extremen Umbauten durchs Raster. Der mit Rallye-Motor und aktiver Aerodynamik ausgestattete Japaner flog in 6.57 Minuten regelrecht über die Nordschleife.

Die schnellsten Fronttriebler

Frontantriebs-König der Nordschleife ist der Renault Mégane R.S. Trophy-R mit 7.40 Minuten. Zuvor rasierte der Honda Civic Type R die Curbs der Grünen Hölle mit seinen 310 PS in 7.43 Minuten. Dicht dahinter, mit nur vier Sekunden Abstand, reiht sich der VW Golf GTI Clubsport mit 7.47 Minuten ein.

Die schnellsten SUVs

Das schnellste SUV ist aktuell der Mercedes-AMG GLC 63 S 4Matic+ mit einer Rundenzeit von 7.49,369 Minuten. Der Alfa Romeo Stelvio QV, der mit 510 PS die rund 20 Kilometer lange Runde in 7.57 Minuten absolvierte, rutschte auf Platz zwei. Den dritten Platz sicherte sich der Porsche Cayenne Turbo S (92A) mit 7.59 Minuten. Deutlich abgeschlagen dahinter liegt der Range Rover SVR mit 8.14 Minuten. Wie lange der Rekord hält, bleibt abzuwarten, denn auch der Lamborghini Urus will sich den Titel holen. Ein weiterer Konkurrent ist sicher auch der neue Porsche Cayenne Turbo S.

Die schnellsten Gespanne

Gleich zwei Porsche haben nach Hersteller-Angaben den ausgefallensten Rekord in der Grünen Hölle aufgestellt: Ein Porsche Panamera Sport Turismo Turbo mit einem Anhänger von Moetefindt Fahrzeugbau schaffte laut eines Youtube-Videos des Trailer-Herstellers die Runde in 12:06 Minuten! Im Hänger: ein Porsche Junior, der charmante Oldie-Trecker. Dass der in seinem Kasten bei der halsbrecherischen Fahrt nicht ins Grüne absegelte, ist dem hervorragenden Fahrer zu verdanken. Hinterm Steuer saß Rennfahrer Patrick Simon, einer der "drei schnellsten Brüder Deutschlands", der 2011 bereits in Le Mans den 1. Gesamtrang holte.

Nordschleife: Länge, Touristenfahrten, Preise

Neben Profis mit Werks-Prototypen oder Rennwagen können auch Privatfahrer die Nordschleife des Nürburgrings unter die Räder nehmen. Im Rahmen der Touristenfahrten darf die legendäre Strecke mit dem eigenen Fahrzeug bezwungen werden. Infos dazu sowie Preise finden Sie hier.
Autoren: Christian Jeß, Lars Hänsch-Petersen, Christoph Richter