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Porsche Cayenne Coupé (2019): Test, Interieur, Preis, Turbo, Motoren —

Alle Infos zum Cayenne Coupé

Porsche zieht nach: Mit dem Cayenne Coupé tritt Porsche gegen Audi Q8, Mercedes GLE Coupé und BMW X6 an. AUTO BILD hat alle Infos, die Sitzprobe und den Fahrbericht.

Mit dem neuen Cayenne Coupé zieht Porsche nach und bietet sein großes SUV mit der angesagten coupéartigen Dachlinie an. Damit schließt Porsche zur direkten Konkurrenz von Audi (Q8), Mercedes (GLE Coupé), BMW (X6) und dem Lamborghini Urus auf.

Preis und Markstart

Bestellbar ist das neue Porsche-SUV ab sofort. Ab Ende Mai 2019 steht das Cayenne Coupé bei den Händlern. Die Preise beginnen bei 83.711 Euro für das Cayenne Coupé mit dem bekannten 340-PS-V6-Biturbo. Darüber rangiert die neue, 440 PS starke "S"-Version für mindestens 99.657 Euro. Das bis auf Weiteres stärkste Cayenne Coupé ("Turbo") mit bewährtem 550-PS-Biturbo-V8 startet bei 146.662 Euro.

Cayenne Coupé bekommt adaptiven Spoiler

Um dem Cayenne Coupé eine eigene, etwas sportlichere Note zu verleihen, haben die Designer nicht nur das Heck des SUVs umgestaltet. Ab der flacher stehenden A-Säule entspricht das Coupé nur noch in der Grundstruktur dem normalen Cayenne. Insgesamt baut der Neue zwei Zentimeter flacher als der normale Cayenne. Um die Kopffreiheit nicht allzu stark einzuschränken, wölbt sich das Dach im hinteren Bereich über die Dachholme hinaus. Die deutlichsten Veränderungen betreffen den Heckbereich. Im Blech wurde das Cayenne Coupé um knappe zwei Zentimeter verbreitert (18 mm). Ein adaptiver Heckspoiler in der Kofferraumklappe erhält im Stand die sanft abfallende Seitenlinie. Ab 90 km/h fährt der Spoiler um 135 Millimeter aus, unter 60 km/h zieht er sich automatisch wieder zurück. Ein manuelles Ausfahren ist nur begrenzt möglich. So steht nur ein "Säuberungsmodus" zur Verfügung, über den sich der Spoiler nur so weit ausfahren lässt, dass der darunterliegende Bereich fürs Putzen zugänglich ist. Für optische Verwandtschaft zum 911 sorgt die Verlegung des Kennzeichens in die Heckschürze. Optional sind die sportlich designten 22-Zoll-Felgen. Serienmäßig rollt das Cayenne Coupé auf 20 Zoll großen Rädern – ein Zoll mehr als beim normalen Cayenne.

Ein kleiner Trick sorgt für Platz im Fond

Das Cayenne Coupé ist zwei Zentimeter flacher als der normale Cayenne. Das macht skeptisch, was die Kopffreiheit angeht – vor allem bei 1,95 Meter Körpergröße. Und? Kein Problem. Vorne ist zwar etwas weniger Platz überm Scheitel als im Standard-Cayenne, aber es bleibt trotz der geänderten A-Säule und der niedrigeren Dachlinie gut Platz auf den vorderen Sitzen. Auch bei schon fast unnatürlich aufrechter Sitzweise. Der Alcantarabezug des sportlich-reduzierten Lenkrads schmeichelt den Händen und verschiebt das XL-SUV gefühlt in Richtung Sportwagen. Passend dazu die Sportsitze, deren Sitzflächen Porsches berühmtes Pepita-Muster zieren. Seitenhalt und Ergonomie: höchstes Level. Ansonsten ist vorne alles aus dem Cayenne bekannt. Wenn man von den angepassten Grafiken mal absieht. Aber das versteht sich von selbst.
Hinten hat Porsche zu einem kleinen Trick gegriffen, denn das Flachdach drohte die hinteren Plätze in Misskredit zu bringen: Und so haben die Entwickler kurzerhand die beiden hinteren Einzelsitze (auf Wunsch gibt es eine Rücksitzbank mit drei Plätzen) um drei Zentimeter tiefergelegt. Das Ergebnis ist bestechend: Mit 1,95 Meter wird es zwar knapp überm Kopf, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Bis zu einer Körpergröße von 1,90 Meter sollte wirklich niemand Probleme mit dem Hintensitzen im Cayenne Coupé haben. Knie- und Schulterfreiheit sind gewohnt üppig. Beim Kofferraum helfen auch keine Technik-Kniffe: Rund 145 Liter verliert das Coupé durch die Dachform im Vergleich zum Cayenne. Es bleiben 625 Liter Kofferraumvolumen (Turbo: 600 Liter wegen des serienmäßigen Subwoofers).

Fahren: Fast wie ein Sportwagen

AUTO BILD ist das Porsche Cayenne Coupé bereits gefahren. Einsteigen (geht trotz des flachen Daches so bequem, wie es die Silverager mögen), die Tür schließt mit einem so satten "Plopp", dass man kurz "Mercedes G-Klasse" denkt. Schlüssel drehen und schon wähnt man sich in einem Sportwagen. Der Achtzylinder nimmt fauchend, aber dann zufrieden brabbelnd seine Arbeit auf, Erinnerungen an den 928 werden wach. Sobald man die Stadt hinter sich lässt, wo der Porsche einfach nur zu groß ist, den falschen Leuten gefällt und den richtigen missfällt, sammelt das Coupé Punkte. Jeder kleine Tipp aufs Gaspedal verursacht einen kleinen Tritt in den Allerwertesten, ein Jumbo hat gefühlt auch nicht mehr Schub zu bieten. Das Wort brachial ist wohl für diesen Porsche erfunden worden. Oder in Zahlen: Von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden, von 80 auf 120 km/h in 2,7 Sekunden. Mindestens so beeindruckend ist die Kurvenlage. Es gibt kein, wirklich kein Auto, das sein etwas adipöses Gewicht so kaschieren kann wie dieser Porsche. Leichtführig ohne Seitenneigung huscht das SUV um jede Kurve. So gut, dass man schon nach wenigen Biegungen vergessen könnte, dass hinter einem noch drei Meter Auto kommen und nicht nur eine Notsitzbank wie im Elfer. Kann ein SUV ein Sportwagen sein? Nein. Aber er kann ihm verdammt nahekommen, zumindest wenn es ein Cayenne Turbo Coupé ist.

Das Glasdach ist Serie im Coupé

Serienmäßig ist im Cayenne Coupé das Panoramadach. Es wird durch ein Carbondach (20 Kilogramm Mindergewicht) ersetzt, sobald das Sportpaket geordert wird. Immer an Bord sind die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung Plus, der Parkassistent vorn mit Rückfahrkamera, die Verstelldämpfer PASM und das "Sport Chrono Paket". Optional sind außerdem ein Dachgepäckträgersystem und eine Anhängerkupplung erhältlich. Für mehr Sportlichkeit sind außerdem die 22 Zoll großen GT-Design-Räder, Carbon- und Alcantarateile sowie Sitzbezüge im Karomuster für den Innenraum und eine Sportabgasanlage für den "Turbo" Bestandteil der Optionenliste.

Motoren und Fahrleistungen

Zum Marktstart gibt es das Cayenne Coupé mit zwei Motoren. Den Einstieg bildet der bekannte V6-Biturbo mit 340 PS und 450 Nm maximalem Drehmoment – mit ihm beschleunigt das Cayenne Coupé in sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h (5,9 Sekunden mit Leichtbau Sport-Paket). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 243 km/h. Darüber bietet Porsche das neue Cayenne S Coupé an. Hier leistet der 2,9-Liter-V6 440 PS und entwickelt eine Kraft von bis zu 550 Nm. Auf Landstraßentempo geht es in glatten fünf Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit gipfelt bei 263 km/h. Deutlich schneller ist die Topversion des Cayenne Coupé. Unter der Bezeichnung "Cayenne Turbo Coupé" entwickelt der V8-Biturbo 550 PS und 770 Nm maximales Drehmoment. Damit hakt das SUV-Coupé den Standardsprint in 3,9 Sekunden ab, Schluss ist bei 286 km/h.
Autoren: Peter R. Fischer, Stefan Voswinkel