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Notrufsystem eCall nachrüsten: So funktioniert es —

So rüsten Sie den E-Notruf nach

Wer kein automatisches Notrufsystem eCall in seinem Pkw hat, kann es nachrüsten. Schon rund 150.000 Autofahrer haben dies getan. So funktioniert die Nachrüstung!

Seit dem 1. April 2018 ist das automatische Notrufsystem eCall EU-weit in allen neuen Pkw-Modellen Pflicht. Hat das Auto einen Unfall, löst eCall automatisch den einheitlichen europäischen Notruf mit der Rufnummer 112 aus. Helfer können somit schnell und vor allem automatisch informiert und zum Unfallort gelotst werden, sollte das Fahrzeug nicht gerade in einem Funkloch stecken. eCall teilt den genauen Standort des Autos mit – auch dann, wenn der Fahrer nicht ansprechbar sein sollte. Im Notfall können die Insassen das Notrufsystem eCall auch manuell auslösen. So zum Beispiel als Zeugen eines schweren Unfalls. Sie müssen dafür nur einen Knopf im Auto drücken. Nach Schätzung der EU-Kommission lasse sich mit diesem System die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent verringern!

150.000 Nutzer beim Unfallmeldedienst

Bereits typgeprüfte Modellreihen können auch weiterhin ohne eCall gebaut und verkauft werden. Wer trotzdem ein solches Notfallsystem in seinem Fahrzeug haben möchte, der kann einen E-Notruf nachrüsten und den Unfallmeldedienst nutzen – ein automatisches Notrufsystem, das von der deutschen Versicherungswirtschaft entwickelt wurde. Dies tun nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zurzeit knapp 150.000 Versicherungskunden. Damit ist das System eigenen Angaben nach Marktführer unter den Nachrüstlösungen. Pro Monat gehen durchschnittlich 30 Notrufe ein, bei denen es notwendig ist, Polizei und Rettungskräfte zu informieren. Kernstück des Notrufsystems ist ein Unfallmeldestecker (UMS), der vom GDV in Zusammenarbeit mit Bosch und IBM entwickelt wurde.

SOS Charger benachrichtigt Kontakte

Ebenfalls auf dem Markt ist der eCall SOS Charger. Der Adpater besitzt einen eingebauten Crash Sensor, der bei einem Aufprall automatisch eine Alarmmeldung und Positionsdaten an die Kontakte im Smartphone übermittelt. Überdies werden fünf Minuten lang Umgebungsgeräusche aufgezeichnet und ebenfalls weitergeleitet. Zudem kann auch ohne Aufprall per Panik- beziehungsweise Notruftaste ein Hilferuf abgesetzt werden, um wertvolle Zeit zu gewinnen, wenn sich beispielsweise ein Herzinfarkt andeutet.
Autoren: Isabella Sauer, Christian Jeß