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Nissan Leaf: Connectivity-Check —

ProPilot: Perfekt für Pendler?

Connectivity lenkt ab? AUTO BILD zeigt mit dem neuen Leaf, wie ein gut vernetztes Auto den Fahrer sinnvoll unterstützen kann. Connectivity-Check!

Assistenzsysteme und gute Connectivity sollen beim Fahren unterstützen. Offenbar funktioniert das bei vielen Fahrzeugen noch nicht einwandfrei: AUTO BILD-Leser äußern immer wieder starke Bedenken, dass viele technische Innovationen mehr ablenken, als zu helfen. Nissan hat mit dem neuen Leaf ein modernes Fahrzeug auf den Markt gebracht, das dabei helfen könnte, mehr Vertrauen in Fahrassistenten und Connectivity zu bekommen. Allerdings nicht zum Einstiegspreis von 31.500 Euro: Um up to date zu sein, muss der Kunde mindesten zum N-Connecta-Ausstattungspaket für 37.500 Euro greifen. Was der Nissan Leaf damit kann, zeigt AUTO BILD im Connectivity-Check!

ProPilot: Auf dem Weg zum autonomen Fahren

Vorteile: Beim assistierten Fahren rangiert der ProPilot im Nissan Leaf weit vorne im autonomen Fahr-Level 2 und steht einem vergleichbaren modernen ACC in VW Golf 7 Facelift, Passat, aber auch Assistenssystemen im BMW 5er, 7er oder einer Distronic bei Mercedes in nichts nach (Mercedes füttert seinen Autopilot allerdings zusätzlich mit Navidaten). Was Nissans ProPilot auszeichnet, ist die einfache Bedienung und seine Visualisierung im Kombiinstrument. Damit sieht man, was der Leaf gerade so anstellt: aktiv lenken zum Beispiel, für rund sieben Sekunden auch warntonfrei ohne Hände am Volant. Auch Spur und Abstand zum Vordermann halten – das alles kann der ProPilot gut, funktioniert ab 30 km/h und unterstützt sogar beim Stop-and-go bis zum Stillstand. Maximal drei Sekunden dürfen dann vergehen, damit der Leaf vollkommen selbstständig wieder anfährt. Bei längerem Stillstand muss er mit der "+" Taste oder mit einem kleinen Tritt aufs Gaspedal geweckt werden. Gelbe Baustellenmarkierungen erkennt das System – es wird aber von den weißen Standardmarkierungen abgelenkt, wenn diese in einer Baustelle zusätzlich vorhanden sind. Zumindest nach der Fahrt über Autobahnen und Schnellstraßen zieht AUTO BILD ein positives Fazit: Der Propilot ist einfach zu bedienen, gut visualisiert, unterstützt beim Fahren und sollte gerade Pendlern im dichten Berufsverkehr den Alltag erleichtern.
Nachteile: Im innerstädtischen Verkehr warteten wir bei den Tests meist vergeblich darauf, dass der ProPilot auch das Lenken übernahm. Mehr als Abstandhalten war meist nicht drin. Nur selten zeigte sich der ProPilot auch im dichten und stockenden Hamburger Berufsverkehr als echte Entlastung für den Fahrer. Hier geht sicherlich noch mehr. Zudem der Leaf mit seiner wirklich realistischen Reichweite von 275 Kilometern (WLTP) sicherlich mehr im Stadtverkehr als auf Autobahnen genutzt wird. Ein weiteres Manko zeigte sich bei der Nutzung der Einparkhilfe des ProPilot: Auch hier bedurfte es mehrerer Versuche, bis der Leaf tatsächlich eine freie Lücke erkannte. Danach ging's dann aber meist problemlos autonom auf den Stellplatz. 

Apple CarPlay und Android Auto

Vorteile: Apple Karten, Google Maps und Waze funktionieren weitaus besser als das Navi von Nissan. Die Navigations-Apps führen um den Stau herum und liegen bei der Ankunftszeit meist richtig. Allerdings benötigen sie eine Internetverbindung und fressen auch Datenvolumen. Neben dem Navi ist die Sprachsteuerung von Apple und Google der von Nissan weit überlegen. AUTO BILD zeigt im Video, wie man zahlreiche Funktionen per Sprache bedient, ohne abgelenkt zu werden. 
Nachteile: Im Testwagen mussten wir nach dem Neustart des Leaf das iPhone immer wieder neu anschließen, um CarPlay zu aktivieren. Einfach am Kabel stecken lassen, reichte nicht aus. 

Das ist uns außerdem aufgefallen

+ Der USB-Zugang ist leicht zu erreichen und das Ablagefach groß genug für jedes Handymodell.
+ Der Mix aus digitalem Bildschirm und analogem Tacho ist übersichtlich und verständlich.
+/- Die Nissan Connect EV App hilft beim Überprüfen der verfügbaren Reichweite. Außerdem lassen sich damit Klimafunktionen fernsteuern. Leider lässt sich das Fahrzeug nicht wie bei Konkurrenz-Apps ferngesteuert auf- und zuschließen. Der Umfang der App könnte insgesamt größer sein.  
- Die Auflösung des Siebenzoll-Touchscreens könnte besser sein und ist nicht zeitgemäß.
Autor: Robin Hornig