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Mercedes Vision Urbanetic (2025): Sprinter —

Sprinter der Zukunft fährt autonom

Ab 2025 soll der Mercedes Sprinter vollautonom unterwegs sein. Die Studie Vision Urbanetic gibt mit zwei Modulen einen konkreten Ausblick auf den Sprinter der Zukunft!

Der Mercedes Sprinter soll 2025 vollautonom fahren können! Auf der IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September 2018) zeigt Daimler mit der Studie Vision Urbanetic einen konkreten Ausblick auf den Sprinter der Zukunft!
Dabei geht es um die Zukunft des Transportwesens und der Personenbeförderung. Fahrer? Bereits 2025 soll es nach den Vorstellungen von Mercedes niemand mehr am Steuer sitzen – für die Logistik sorgen nur noch Controller, die außerhalb des Fahrzeugs in Schaltzentralen sitzen am Bildschirm das Treiben ihrer autonomen Flotte überwachen. Selbstfahrende Sprinter müssen dann 24 Stunden rund um die Uhr ackern. Tagsüber Fahrgäste chauffieren, nachts Pakete ausfahren. Sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Effizienz ist schließlich die härteste Währung für große Flotten. Da stören Tarifverträge oder kränkelndes Personal am Steuer nur.

Vollelektrisches "Skateboard" als Basis

Basis des autonomen Sprinter ist ein etwa 1,5 Tonnen schweres "Skateboard". Es beherbergt Technik, Elektronik und Batterien. Denn: Der Sprinter von morgen fährt elektrisch. Auf der Basis des Hightech-Schlittens lassen sich verschiedene Module verankern. Dafür fahren zunächst Räder samt Kotflügel nach außen, dann schiebt sich der Aufbau dazwischen. Dauert keine zwei Minuten.

Für den autonomen Sprinter gibt es zwei Module

Modul eins: eine Cargo-Variante, die aussieht wie ein überdimensionaler Rimowa-Koffer. Der Container aus Kevlar soll bis auf den letzen Zentimeter nutzbar sein. Zehn Gitterpaletten bis zu einem Gewicht von einer Tonne passen hinein. Beladen wird immer von hinten, verschiedene Regalsysteme lassen sich je nach Kundenwunsch einbauen. Modul zwei: Die Passagier-Variante. Mercedes stellt sich hier eine futuristische Kapsel vor, die als Gruppentaxi im citynahen Bereich pendelt. Einsetzbar von Kommunen oder auch privaten Unternehmen. Lichtleiter an der Außenhaut dienen als ständige Schnittstellen für die Kommunikation mit der Umwelt. Sie teilen Passanten und anderen Fahrzeugen unablässig mit, was der autonome Sprinter gerade tut: stoppen, parken, überholen, abbiegen.

Whirlpool, Tanzfläche und mehr?

Fahrgäste entern das Shuttle aufrecht über eine 2,40 Meter hohe Tür in der Mitte. Die Studie hat acht Sitz- und vier Stehplätze – und natürlich weder Cockpit noch Lenkrad. Es ist eher pragmatisch als luxuriös eingerichtet. Doch dabei wird es kaum bleiben. In Moskau, Dubai oder Las Vegas wird man spezielle Wünsche äußern. Whirpool, Tanzfläche, eine coole Launch-Ecke? AMG wird sein Geschäftsfeld erweitern müssen. Denn eines ist klar: Tempo oder PS werden in der autonomen Welt von morgen keine Protzfaktoren mehr sein. Entertainment schon. Deshalb hat der Sprinter der Zukunft oben im Dach ein ringförmiges 360-Grad-Display, über das die Fahrgäste ständig mit dem Wetterbericht, der aktuellen Routenführung oder mitneuesten Nachrichten gefüttert werden. Zudem können sie per Augmented Reality auf ihren Smartphones die Highlights entlang der Strecke erkunden – natürlich in 3D.

Maximal 80 km/h – mehr ist nicht drin!

Schneller als Tempo 60 wird das Sprinter-Raumschiff übrigens nicht fahren, sonst müsste es Gurte an Bord haben, und die Insassen müssten sich anschnallen. Der Cargo-Sprinter könnte bis 80 km/h schnell sein und rund 150 Kilometer pro Batterieladung schaffen. Dann muss er frische Energie zapfen. Das ist zumindest der aktuelle Stand – bis 2025 ist ja noch ein bisschen Zeit!
Autor: Tomas Hirschberger