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Mercedes GLE W167: Alle Infos —

Alle Infos zum neuen Mercedes GLE

Der nächste Mercedes GLE kommt mit angepasstem Design, neuem Cockpit und vielen Assistenten. AUTO BILD hat alle Infos und ist schon mitgefahren.

Vorstellung: Jetzt sind die SUV-Modellreihen dran

Nachdem Mercedes mit GLC und GLE Coupé die letzten Lücken im SUV-Programm geschlossen hat, werden jetzt die bestehenden Baureihen renoviert. Den Anfang macht der neue GLE, der sportlicher gezeichnet ist als das aktuelle Modell und sich dem aktuellen Mercedes-Trend anschließt: Sicken und Kanten im Blechkleid werden weiter reduziert. Die Front ziert nun das aktuelle Markengesicht, bei dem die beiden Zierleisten im Grill den großen Stern umschließen. Dank neu gestalteter Frontschürze vergrößern sich die Lufteinlässe, das Nummernschild prangt auf einem angedeuteten Unterfahrschutz. Auffällig sind die Doppel-Zacken der Leuchtgrafik, die an CLS und A-Klasse erinnert.
Doch trotz der optischen Anpassung verleugnet der GLE die seit über 20 Jahren verfolgte Linie mit der schwungvollen C-Säule nicht. Für frischen Wind am Heck sorgen dafür einige Designelemente von der neuen A-Klasse: Die Rückleuchten und die markante Einbuchtung für das Nummernschild erinnern an den Stuttgarter Kompakten. Noch interessanter als die optischen Veränderungen ist das, was sich bei der Technik tut. Denn der GLE kommt mit einem neu entwickelten aktiven Fahrwerk auf 48-Volt-Basis, das jedes Rad individuell regelt. Der weiterentwickelte Allradantrieb verteilt das Drehmoment jetzt zwischen 0 und 100 Prozent auf die beiden Achsen. Dank Echtzeitverkehrsinformationen erkennt der Stauassistent außerdem noch vor dem Fahrer, wo der Verkehr stockt und kann rechtzeitig abbremsen. Natürlich kommt auch das aktuelle Mercedes-Infotainment MBUX im GLE zum Einsatz, das mit dem durchgehenden Bildschirm für eine horizontale Ausrichtung sorgt und dank dem die Knöpfe im Innenraum reduziert werden. Neben dem Touchscreen kann das System auch über Bewegungen bedient werden. Anfang 2019 kommt der GLE mit vielen Motorisierungen auf den Markt. AUTO BILD rechnet mit einem Einstiegspreis von etwa 55.000 Euro für die Basisversion. Mercedes zeigt das SUV auf dem Autosalon in Paris (4. bis 14. Oktober 2018) zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

Innenraum: Neues Widescreen-Cockpit

MBUX ist auf dem Vormarsch! Nach der aktuellen Mercedes A-Klasse wird der neue GLE das zweite Modell mit dem neuen System. Obwohl es dasselbe System ist, erinnert das Layout im SUV stark an die Maybach-Studie Ultimate Luxury, die Anfang 2018 in China gezeigt wurde. Das Widescreen-Cockpit mit Touchscreen übernimmt die Aufgaben eines Großteils der Knöpfe und Schalter in der Vorgängergeneration, die nun entfallen können. Dadurch wirkt der Innenraum aufgeräumter. Einzig die Schalter für die Klimaanlage bleiben und bilden nun eine ordentliche Reihe. Auffällig: Die Haltegriffe an der Mittelkonsole bleiben auch beim neuen Modell.

Fahren: AUTO BILD ist im GLE 450 mitgefahren

Zuerst die Fakten: Der bish­erige GLE mit dem Werkscode W166 kam 2011 als M-Klasse zur Welt, wurde 2015 facege­liftet und hieß fortan GLE. War aber ein altes Auto. Der Neue wird auch wieder ein dickes Ding, 4,93 Meter lang und somit acht Zentimeter länger als der Vorgänger. Man merkt es vor allem am Rad­stand, am Plat­zangebot hin­ten. Selbst Zwei-Meter-Männer sitzen anstän­dig. Mit W166 hat der neue GLE aber nix mehr am Hut, "höch­stens zwei, drei Schrauben", sagt Stefanie Schmitz, Pro­jektleiterin für die GLE-Entwicklung. Alles neu!
Zuerst geht es über einen Offroad-Par­cours. Rüdiger Rutz, Leiter Versuch, wählt das Fahrprogramm "Offroad Plus", legt den Wagen fünf Zentimeter höher. Während er eine 45-prozentige Steigung nimmt, sagt er: "Es hat uns immer gewurmt, dass der Range Rover im Ge­lände besser ist als wir." Jetzt bewältigt der GLE die 28-pro­zentige Schrägfahrt, als hätte der Ingenieur vorher die 21-Zöller mit Pattex eingepinselt, und kommt sogar weiter, ob­wohl die Räder vorn links und hinten rechts gerade in der Luft hängen. Rutz hat mit seinem Team das aktive Fahrwerk EABC weiterentwick­elt, vier unabhängige Feder­beine sorgen beim EABC-Sys­tem dafür, dass die Fuhre im­mer Grip hat, dass nichts durchdreht, nichts knarzt oder rattert. Dieses Fahrwerk kommt ohne Stabis aus, was dazu führt, dass sich die Achsen stärker verschränken können. Operation gelungen.

Das aktive EABC-Fahrwerk kostet Aufpreis

Der GLE kommt in der Basis mit Stahlfedern; Luftfahrwerk und das aktive EABC-System sind Option. Warum wir das unbedingt ankreuzen würden, zeigt die Fahrt über die Land­straße. Der GLE fährt sich endlich richtig sportlich! Das geht so: Fahrpro­gramm "Curve" einlegen und die Intensität dreistufig auswäh­len. Projektleiterin Schmitz nimmt die Kurven beherzt, und du hast schon auf dem Bei­fahrersitz das Gefühl, dass der Wagen viel handlicher ist als ein Fast-Fünf-Meter-Schiff. Dann ist da noch die Sache mit der Kamera in der Frontscheibe. Sie scannt die Straße ab, gibt den vier Federbeinen die Infos über den Zustand. Resultat: Lange Wel­len bügelt der Benz glatt, kurze fast. Ist Physik, zaubern kann er halt auch nicht.

Ausstattung: Assistent bildet Rettungsgasse

Wie üblich in dieser Klasse, ist auch die Sonderausstattung für den GLE üppig. Zu den großen Neuerungen zählt der aktive Abstands-Assistent Distronic: Dank Echtzeit-Informationen erkennt das System, wann der Verkehr stockt oder sich staut und bremst automatisch ab. So kann das System das zu schnelle Auffahren auf ein Stauende unterbinden. Ein anderes Helferlein reiht das Auto dann auf Wunsch so ein, das eine Rettungsgasse gebildet wird. Neu ist auch das aktive Fahrwerk E-Active Body Control, das mit der Luftfederung kombiniert werden muss und auf 48-Volt-Basis funktioniert. Feder- und Dämpferkräfte werden an jedem Rad einzeln geregelt, das verhindert nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen. Mit dem neuen Freifahrmodus kann das Fahrwerk dem GLE sogar helfen, wenn er sich festfährt, indem sich das Auto frei schaukelt und so selbst die Traktion verbessert. Auch in Sachen Komfort legt Mercedes die Messlatte hoch: Die Sitze in Reihe zwei können verstellt, belüftet, beheizt und mit einer Massagefunktion ausgestattet werden. Für Reihe eins gibt es die "Energizing" Sitzkinetik: Beim Fahren bewegen sich Lehne und Sitz minimal, damit der Fahrer die Haltung wechselt.

Connectivity: MBUX reagiert auf Bewegungen

Im GLE kommt nun das neue Mercedes-Infotainment MBUX (bekannt aus der neuen A-Klasse, hier geht's zum Test) zum Einsatz. Die beiden Widescreens mit Touchbedienung haben im GLE allerdings einige neue Funktionen. Mercedes spricht von insgesamt 40 Neuerungen gegenüber der A-Klasse. Die wichtigste dürfte sich hinter dem Namen MBUX Interieur-Assistent verbergen: Der erlaubt die Bedienung durch Bewegungen. Hände und Arme von Fahrer und Beifahrer werden dabei von einer Kamera im Dach erfasst. Nähert sich eine Hand dem Display werden einzelne Elemente hervorgehoben. Das System kann die beiden Passagiere unterscheiden, weiß also, bei welchem Sitz beispielsweise die Massagefunktion eingeschaltet werden soll. Andere Funktionen wie die Leselampe können lediglich durch Annähern der Hand ein- und ausgeschaltet werden. Außerdem können Fahrer und Beifahrer je eine Funktion als Favorit einspeichern. Die wird dann durch das Formen des Victory-Zeichens mit Zeige- und Mittelfinger ausgewählt.
Eine weitere neue Funktion von MBUX kann das Fahrzeug mit einem Fitnesstracker vernetzen. Der Energizing Coach empfiehlt anhand der gesammelten Werte, die der Fitnesstracker liefert, individuell eines der Komfortprogramme mit Musik- und Lichtstimmungen sowie einem bestimmten Massageprogramm.

Motoren und Preis: Zunächst nur als GLE 450

Das SUV geht zunächst mit einem Reihensechszylinder-Benziner GLE 450 an den Start. Der Verbrenner hat eine Leistung von 367 PS und 500 Nm. Das serienmäßige 48-Volt-System mit integriertem Startergenerator senkt nicht nur den Verbrauch, es stellt auch kurzfristig 22 PS und 250 Nm Zusatz-Kraft über die Boost-Funktion bereit. Laut Mercedes sollen weitere Motoren, auch Diesel und ein Plug-in-Hybrid, folgen, die Automatik 9G-Tronic ist immer an Bord.
AUTO BILD vermutet: Als Einstiegsmotor wird Mercedes einen Vierzylinder im Angebot haben, darüber rangiert der Dreiliter-Reihensechszylinder, der als Diesel mit 272 und 340 PS sowie als Benziner mit 267 und 435 PS angeboten werden soll. Den V8 gibt es nur noch in der AMG-Variante mit bis zu 640 PS. Der AMG GLE 43 kommt künftig nicht mehr als V6, sondern als Reihensechszylinder. Außerdem will Mercedes die elektrische Reichweite des Plug-in-GLE von 50 auf 100 Kilometer ausbauen. Für den GLE mit Vierzylindermotor rechnet AUTO BILD mit einem Einstiegspreis von etwa 55.000 Euro.
Autoren: Katharina Berndt, Andreas May