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Mercedes A-Klasse (2018): Test, Preis, Cockpit, Leasing, AMG —

Alles zur neuen A-Klasse

Automatisiertes Fahren und Sprachsteuerung – die Mercedes A-Klasse wird hochmodern. AUTO BILD ist den Diesel gefahren! Plus: Kostencheck!

Vorstellung: Die A-Klasse wird sportlicher

Ab sofort gelten in der Kompaktklasse neue Standards, denn die neue Mercedes A-Klasse geht mit komplett neuen Hightech-Features und Assistenzsystemen aus der Oberklasse an den Start. Das Design ist klar wie bei einem Apple iPhone. Der Kompakte wirkt deutlich muskulöser als sein Vorgänger. "Sensual-Purity" steht bei Mercedes für den Verzicht auf unnötige Sicken und Kanten. An der Seite ist die Kante des Vorgängers etwas weniger hart ins Blech modelliert. Insgesamt wirkt das Modell sehr glattflächig und reduziert. Die tief heruntergezogene Motorhaube und der sechseckige Diamant-Kühlergrill verleihen dem kleinsten Mercedes einen aggressiven Auftritt und lassen ihn windschnittig wirken. Laut Mercedes hat die neue A-Klasse mit einem cw-Wert von 0,25 die beste Aerodynamik der Kompaktklasse.
Die Scheinwerfer schrumpfen mit dem Modellwechsel und sind optional sogar mit Multibeam-LED-Technik erhältlich. Die seitlich angebrachten Lufteinlässe an der Front tragen zukünftig jeweils zwei Querstreben. Am breiter gewordenen Heck fallen vor allem die neu gestalteten und zweigeteilten Rückleuchten auf. Durch den längeren Radstand (rund 3 cm länger als beim alten Modell) soll der Einstieg einfacher und das beim Vorgänger oft kritisierte Platzangebot auf der Rückbank verbessert worden sein. Auch die ehemals harsche Federung wurde nach Aussage der Stuttgarter komfortabler abgestimmt. Auf die Geräuschdämmung legte Mercedes bei der Entwicklung ebenfalls großen Wert. Vor allem Windgeräusche und das Fahrwerk sollen in Zukunft nicht mehr so stark in den Innenraum vordringen. Konkurrenten des kompakten Schwaben sind unter anderem der BMW 1er, Audi A3 und der VW Golf. Wie gehabt liefert das fünftürige Grundmodell den Grundstock für zahlreiche Ableger, wie den nächsten CLA. Das Coupé will Mercedes noch extremer anlegen, um Platz zu schaffen für die A-Klasse-Limousine, die vor allem in China und den USA ankommen soll. Der Nachfolger des Shooting Brake (X 257) wird kein kleiner Kombi, sondern ein Kurzheck mit etwas mehr Platz in Fond und Kofferraum. Völlig neu ist der GLB (X 247), der ganz anders aussehen wird als der bisherige GLA. Das Design des GLB nimmt Anleihen bei der kantig-rustikalen G-Klasse.

Preise und Leasing: A 200 ab 30.232 Euro

Der neue A 200 kostet 30.232 Euro. Das sind gut 1300 Euro mehr als beim Vorgänger. Preise für den kleinsten Benziner nennt Mercedes noch nicht, die dürften bei rund 26.000 Euro beginnen. Die neue A-Klasse wird im Schnitt also 1000 Euro teurer. Privatkunden bietet die Mercedes-Benz Bank Leasing- und Finanzierungsangebote. Für den A 200 (Preis: 34.289,25 Euro) liegt die Leasingrate beispielsweise bei 299,00 Euro monatlich. Das Beispiel ist berechnet mit einer Laufzeit von 36 Monaten und einer Gesamtlaufleistung von 30.000 Kilometern bei einer Leasingsonderzahlung von 2190,00 Euro. Preise für Sonderausstattungen: Die Multi-Beam-Scheinwerfer kosten 1487,50 Euro, LED High Performance-Scheinwerfer sind für 987,70 Euro zu haben. Das Fahrassistenz-Paket ist ab viertem dem Quartal 2018 für 1796,90 Euro verfügbar. Das Head-up-Display kostet 1178,10 Euro. Während MBUX-Sprachsteuerung Serie ist, kostet das Navigation Basis-Paket 1356,60 Euro). Ein Navigation Premium-Paket mit 10,25-Zoll-Display liegt bei 3016,65 Euro. MBUX Augmented Reality ist für 297,50 Euro zu haben. Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer kosten 345,10 Euro.

Innenraum: Mehr Platz und bessere Rundumsicht

Rein in die neue A-Klasse! Direkt fällt auf: Mercedes hat sich der Probleme des Vorgängers angenommen. So war einer der Hauptkritikpunkte bei der A-Klasse die schlechte Sicht nach hinten und schräg hinten und eine allgemeine eingeschränkte Rundumsicht. Das hat sich beim Neuen auf den ersten Blick verbessert. Der Grund: Schmalere C-Säulen rauben weniger Sicht. Wie viel besser der Überblick tatsächlich ist, kann allerdings erst ein Alltagstest klären. Zudem hat Mercedes auch das Raumangebot der A-Klasse verbessert. Lenkrad und Sitze sind vielfältig einstellbar, die Kopf- (plus 7 mm) und Ellenbogenfreiheit (plus 35 mm) sind gewachsen, und optional gibt es je nach Kundenwunsch und Ausstattung Komfort- oder Sportsitze. Gegen Aufpreis sind diese klimatisiert und haben eine Massagefunktion – Oberklasse-Features in der Kompaktklasse! Beim Vorgänger sehr störend waren die zu tief angebrachten Kopfstützen der Rückbank, die bei normal großen Menschen oft unangenehm im Nacken drückten. Die neue A-Klasse hat zwar immer noch Integral-Kopfstützen hinten, dafür hat Mercedes aber die Sitzposition tiefergelegt – jetzt passt's. Knie- und Kopffreiheit ist ausreichend vorhanden, alles andere als eng ist auch das Gepäckabteil: Der Kofferraum wurde um 29 Liter auf jetzt 370 Liter vergrößert. Dank geteilter Rückleuchten konnte zudem die bisher sehr schmale Kofferraumöffnung um 20 Zentimeter verbreitert werden. 

A-Klasse mit Displays wie in der Oberklasse

Die Materialien sind für die Kompaktklasse sehr hochwertig, sogar Echtholz gibt es in der A-Klasse. Typisch Mercedes sind natürlich der Gangwahlhebel am Lenkrad und die einfacher designte elektrische Sitzverstellung in der Tür. Das optische Highlight der neuen A-Klasse ist das riesige Widescreen-Cockpit. Die unter einem Glaspaneel positionierten Displays sind extrem scharf und könnten glatt aus der S-Klasse stammen. Analoge Instrumente gibt es in der A-Klasse nicht mehr, sogar die Basisversion kommt mit voll digitalen Anzeigen. Einzig die Größen der Displays variieren je nach Ausstattungsvariante zwischen zwei Sieben-Zoll-Displays (Basis), Sieben- und 10,25-Zoll-Display in Kombination oder zwei 10,25-Zoll-Bildschirmen. Dank der steilen Neigung der Displays und einer speziellen Folie kommt das Widescreen-Cockpit ohne Hutze über den Instrumenten aus. Dadurch wirkt das Armaturenbrett wie aus einem Guss und erstreckt sich ohne Unterbrechung von Tür zu Tür. Laut Mercedes soll das zehn Zoll große Display nicht stärker spiegeln als analoge Instrumente mit Tachoabdeckung. Eine Neuerung gibt es auch bei der Bedienung: Der Dreh-Drück-Steller hat ausgedient. Stattdessen gibt es ein Touchpad, das auch Wisch- und Zoomgesten beherrscht. Das Ambientelicht kann aus 64 (!) Farben gewählt werden. Es können sogar zwei Farben gleichzeitig eingestellt werden.

Fahren: Die A-Klasse wird leiser und erwachsen

Fahrbericht Mercedes-Benz A 250:
Der Top-Benziner im A 250 bringt es auf 224 PS und 350 Nm Drehmoment. Das Doppelkupplungsgetriebe erlaubt flüssiges Anfahren und schaltet die sieben Gänge zügig durch. Lediglich im manuellen Modus muss die Elektronik einen Moment über den Schaltwunsch nachdenken. Das Fahrwerk des kleinen Stuttgarters macht einen sehr ausgewogenen Eindruck: Im Comfort-Modus federt es Unebenheiten leichtgängig weg, bleibt aber trotzdem noch straff genug für die Landstraße. Wechselt man in den Sport-Modus, wird die Abstimmung etwas härter, sodass Kurven auch etwas flotter noch gut zu fahren sind. Die größten Unterschiede zwischen den Fahrmodi lassen sich aber bei der Gangwahl ausmachen. Gibt der Fahrer etwas mehr Gas, schaltet das Getriebe im komfortablen Modus einen- und im sportlichen Modus zwei Gänge herunter. Der Motor schiebt ab circa 1600 Umdrehungen ordentlich an, das maximale Drehmoment erreicht er bei circa 1800. Was auf den ersten Kilometern in der neuen A-Klasse auffällt: Wie leise sie ist! Verglichen mit dem Vorgänger wurden Wind-, Motoren- und Abrollgeräusche deutlich reduziert. Aerodynamische Kniffe und akustische Eingriffe in die Konstruktion haben sich also gelohnt.
Fahrbericht Mercedes-Benz A 180d:
Nach Betätigung des Startknopfes rattert der Diesel deutlich vernehmbar los! Im Leerlauf gibt sich der 1,5 Liter Motor etwas rau – ist die A-Klasse erst mal in Bewegung, fällt das aber kaum noch auf. Auch beim Selbstzünder machen sich die Maßnahmen zur Geräuschminimierung deutlich bemerkbar. Der kleine Diesel schlägt sich auf der ersten Landstraßentour wacker. Dank des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe liegt die Drehzahl immer im Bereich des maximalen Drehmoments von 260 Nm. Um das zu errreichen, schaltet das Getriebe aber häufig durch die Gänge. Dem Motor fehlt es bei Überholvorgängen etwas an Durchzug. Beim Kickdown wirkt der A 180 d ab 3500 U/min angestrengt. Ansonsten ist man mit dem 116 PS starken Diesel in den meisten Situationen aber ausreichend motorisiert. Im Selbstzünder stehen dieselben Fahrmodi wie in den benzinbetriebenen Varianten zur Verfügung, das Fahrverhalten scheint im ersten Test annähernd identisch. Die Betätigung der Bremse ist im Diesel sehr feinfühlig abgestimmt, der Bremspunkt ist weich, aber dennoch auf den Punkt zu dosieren.

Fahrhilfen aus der S- und E-Klasse

Mit der A-Klasse wandern auch neue Assistenzsysteme in die Kompaktklasse, darunter die Distronic mit Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung. Die Systeme sind aus S- und E-klasse bekannt, wandern jetzt aber optional in das Kompakt-Segment. Während der Testfahrt erkennt das System alle Verkehrszeichen, lässt sich aber von einem durch Vandalen beschmiertem, vermeintlichem Tempo-80-Schild in die Irre führen (eigentlich ein 30 km/h-Schild mit ausgemalten weißen Flächen). Fährt man teilautonom auf der Autobahn, verlässt die A-Klasse nach Betätigung des Blinkers selbstständig die Spur und überholt sogar. Einziger Kritikpunkt: Das Abstandswarnsystem reagiert sehr sensibel und meldet sich trotz ausreichend Abstand teilweise schon sehr früh zu Wort. Laut Mercedes liegt die gesteigerte Nervosität des Systems an strengeren Auflagen zur Verkehrssicherheit.

Ausstattung: AMG-Line und automatisiertes Fahren

Vier Ausstattungsvarianten wird es für die neue A-Klasse geben. Neben der Basisversion gibt es auch weiterhin die Linien Style und AMG. Die ehemalige Urban-Line wird bei der neuen Generation durch die Progressive-Line ersetzt, die den Fokus mehr auf Design legen soll. Mercedes bietet die A-Klasse zum Marktstart als "Edition One"-Sondermodell an, das sich durch mattgrauen Lack, 19-Zöller von AMG und gelbgrüne Nähte und gleichfarbige Farbakzente auszeichnet. Ansonsten geht Mercedes bei den Außenfarben allerdings einen sehr konventionellen Weg. Zum Marktstart können Kunden aus zehn Lackfarben wählen, die sich auf zwei Schwarz-, zwei Weiß- und vier Grautöne aufteilen. Die einzigen Farben sind Jupiterrot und Sonnengelb (wird nachgeliefert). Immerhin gibt es im Innenraum ein paar Farbtupfer, allerdings kann nicht jede Außenfarbe mit jeder Innenausstattung kombiniert werden.
Neu sind die aufpreispflichtigen Zierleisten aus echtem Walnussholz und das Lenkrad im S-Klasse-Design. Allerdings ist das Volant in der A-Klasse mit einem Durchmesser von 37 Zentimeter etwas schmaler als das in der S-Klasse (38 Zentimeter). Zudem bietet Mercedes die A-Klasse mit drei verschiedenen Lenkrädern an, die jedoch alle über die Touchflächen verfügen. Neue Features in der Kompaktklasse bei Mercedes sind: Sitzklima und Multikontursitze mit Massage-Funktion. Je nach Ausstattung fährt der Kompakte entweder mit Halogen-, LED-, oder sogar Multibeam-LED-Scheinwerfern vor. Letztere errechnen innerhalb von Millisekunden das optimale Lichtbild und stellen sich selbst danach ein. Mercedes Benz setzt mit dem umfangreichen Angebot an Assistenzsystemen in der Kompaktklasse Maßstäbe. Auf Wunsch verfügt die A-Klasse über ein Head-up-Display, das sich selbstständig an die Lichtverhältnisse anpasst.
Das aus der S-Klasse bekannte "DISTRONIC"-System hält automatisch die Spur und den Sicherheitsabstand zum Vordermann, fährt im Stau sogar von selbst an und folgt dem Verkehrsfluss. Außerdem greift es aktiv beim Spurwechsel ein und unterstützt den Fahrer sogar in Kurven. Anhand von Straßenschildern und Daten des Navigationssystems stellt es den Tempomat auf das gültige Tempolimit ein, warnt bei Überschreitungen durch den Fahrer und passt die Geschwindigkeit an Gefahrenstellen wie Kreuzungen vorausschauend an. Totwinkelassistent, Bremsassistent und Nothaltassistent sind in der A-Klasse ebenfalls verfügbar. Wenn man das richtige Häkchen auf der Aufpreisliste macht, parkt die A-Klasse selbstständig ein. Der Fahrer gibt nur noch Gas und bremst. Auf Wunsch ist ein 360 Grad Rundumsichtpaket erhältlich, das Kameras an jeder Fahrzeugseite beinhaltet. Das Standardfahrwerk mit Stahlfederung kann man ab Werk mit Tieferlegung ordern. Die stärkeren Motorisierungen bekommen ein aufwendigeres Fahrwerk mit Dämpferverstellung.

Kostencheck: So teuer ist ein A 200 pro Monat

AUTO BILD hat die monatlichen Kosten für einen A 200 (Listenpreis 30.232 Euro, Stand Mai 2018) zusammengetragen. An Fixkosten fallen für den nach Abgasnorm Euro 6d-TEMP sauberen Benz 84 Euro Kfz-Steuer pro Jahr an (sieben Euro im Monat). Die Haftpflichtversicherung für den A 200 belastet das Budget mit 491 Euro pro Jahr (41 Euro/Monat), für eine Teilkaskoversicherung muss man mit 645 Euro im Jahr rechnen (54 Euro/Monat). Eine für Neuwagen absolut empfehlenswerte Vollkaskoversicherung schlägt mit 1249 Euro pro Jahr zu Buche (104 Euro/Monat). 200 bis 490 Euro (rund 30 Euro im Monat) sind zudem für Wartung und Reparaturen einzuplanen. Bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern werden für den im AUTO BILD-Test mit 6,9 l/100 Durchschnittsverbrauch gemessenen A 200 bei einem Kraftstoffpreis von 1,35 Euro (Super E10) rund 1400 Euro im Jahr für Sprit fällig – das sind 117 Euro pro Monat. Unterm Strich kostet der Mercedes-Benz A 200 monatlich 195 Euro (bei Haftpflicht), 208 Euro (bei Teilkasko) oder 258 Euro (bei Vollkasko). Der Wertverlust ist bei dieser Aufstellung außen vor, da man ihn nicht jeden Monat im Portemonnaie merkt.

Connectivity: A-Klasse ist das erste Modell mit MBUX

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Das Infotainmentsystem der neuesten Generation namens MBUX (steht für Mercedes-Benz User Experience) ist wie das Betriebssystem eines Smartphones. Es wird zuerst standardmäßig in der neuen A-Klasse und weiteren Kompaktmodellen angeboten. Besonderes Highlight: Es veraltet weniger schnell, da sich das System mit Updates Over-the-Air (drahtlose Aktualisierung des Systems über eine Funkschnittstelle) lange auf dem aktuellen Stand halten lässt. Der Aufbau des Hauptbildschirms in der Mittelkonsole erinnert ans Handy. Auf der ersten Ebene ist der Homescreen mit Apps, in der zweiten Ebene geht es in die Anwendungen und die dritte Ebene ist für Einstellungen. Zum Bedienen gibt es neben der klassischen Touchscreenbedienung, ein Touchpad, Touch-Control Buttons im Lenkrad und eine Sprachsteuerung auf Höhe von Alexa, Siri und Co. Sprachbefehle nach streng vorgeschriebenem Muster gibt es bei MBUX nicht. Aktiviert wird die intelligente Sprachassistenz entweder per Taste am Lenkrad oder mit dem Kommando "Hey Mercedes". 

Künstliche Intelligenz an Bord

Nutzer von Google Maps im Auto kennen das schon, wenn Google nach der Arbeit bereits die Route für den Heimweg anzeigt. Durch "Prediction Features" (Vorhersage-Funktionen) antizipiert MBUX, was der Nutzer als nächstes gerne hätte. Wer beispielsweise häufig dienstags auf dem Nachhauseweg mit seiner Mutter telefoniert, bekommt an diesem Wochentag deren Telefonnummer auf dem Display vorgeschlagen. Wer regelmäßig zu einer bestimmten Zeit zu einem Radiosender mit Nachrichten wechselt, bekommt dies ebenfalls als Vorschlag.
Erster Connectivity-Check:
Als wesentlicher Bestandteil der neuen A-Klasse hat AUTO BILD MBUX etwas genauer unter die Lupe genommen. Das neue Infotainmentsystem gibt dem Nutzer eine fast schon unübersichtliche Anzahl an Individualisierungsmöglichkeiten. Verwenden mehrere Personen das Fahrzeug lassen sich Benutzerprofile anlegen, so erhält jeder Fahrer "seine eigene A-Klasse". Der Homescreen von MBUX ist immer einheitlich und erinnert an den Aufbau eines Smartphones. Das Kombiinstrument dagegen lasst sich frei konfigurieren. Da in jeder Ansicht ein digitaler Tacho eingeblendet wird, kann die Ansicht der Rundarmatur gegen eine Karte oder ähnliches getauscht werden. Auch lassen sich verschiedene "Themenwelten" entweder auswählen oder selber zusammenstellen. Je nach gewählter Umgebung zeigt das Kombiinstrument beispielsweise eine sportliche Ansicht im AMG-Stil plus Leistungsdaten im Infotainment oder Tipps zum verbrauchoptimierten Fahren an. Alles läuft sehr flüssig und reagiert schnell. Die Touchflächen am Lenkrad lassen sich gut bedienen. Die Spracheingabe erfolgt intuitiv, versteht viele Eingaben sehr gut, hat aber auch ihre Schwächen. So funktioniert die Steuerung der Klimaanlage per Sprachbefehl ebenso tadellos, wie die Suche nach Sehenswürdigkeiten am Testort. Probleme hat das System dagegen, als AUTO BILD zwischen verschiedenen Apps auf dem Bildschirm wechseln möchte. Mehrfach versteht die A-Klasse unseren Wunsch nach dem Wechsel zu Apple CarPlay nicht. Apropos CarPlay: Leider zeigt das Infotainment die App nicht auf der ganzen Breite des Bildschirms an, auch die Bedienung über den Touch-Button an der rechten Lenkradspeiche ist in der Spiegelung des eigenen Smartphones etwas fummelig.
Weitere Funktionen von MBUX und ausführlichere Informationen haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammengestellt.

Motoren: Von 116 bis vorerst 224 PS

In der dritten Generation der A-Klasse halten neue Motoren Einzug. Die Benziner-Baureihe M282 hat 1,33 Liter Hubraum und gibt bis zu 163 PS respektive 250 Nm an ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ab – auch ein manuelles Sechsgang-Getriebe und Allradantrieb bietet Mercedes an. Eine Zylinderabschaltung soll den Verbrauch des Vierzylinders reduzieren helfen, indem der Motor im Teillastbereich die Zylinder Eins und Drei abschaltet. Der in Zusammenarbeit mit Renault entwickelte M282 verfügt über einen Partikelfilter.
Der zweite neue Benziner (M260) hat zwei Liter Hubraum und leistet im A 250 224 PS. Sein maximales Drehmoment gibt Mercedes mit 350 Nm an. Der Gangwechsel erfolgt ausschließlich über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Auch der M260 besitzt einen Partikelfilter. Der dritte neue Motor im Bunde ist das 1,5-Liter-Dieselaggregat mit der internen Bezeichnung OM 608. Es basiert auf dem bekannten OM 607, soll laut Mercedes leiser und emissionsärmer (Euro 6 d temp) geworden sein. Für die Abgasnachbehandlung setzt Mercedes SCR-Kats mit AdBlue (Tankinhalt: 23,8 Liter) ein. Gleichzeitig steigt die Leistung gegenüber dem alten A 180 d (109 PS) um sieben Pferdestärken auf 116 PS. Gekoppelt ist der Diesel an das gleiche Getrag-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit Segelfunktion, das auch mit dem 1,33-Liter-Benziner kombiniert wird.
AMG entwickelt für das A-Klasse-Topmodell derweil einen neuen Vierzylinder, der mit Mildhybrid und E-Boost-Effekt die Baureihe krönen wird.
Zum Marktstart im Mai bietet Mercedes die folgende Motorisierungen an. Von ihnen werden weitere Leistungsstufen abgeleitet werden.
Mercedes A 200 • Motor: Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung • Hubraum: 1332 ccm • Leistung: 120 kW (163 PS) bei 5500 U/min • max. Drehmoment: 250 Nm bei 1620 bis 4000 U/min • Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h • Beschleunigung: 8,0 s (mit Handschaltung: 8,2 s) • Verbrauch: 5,1 l/100 km (mit Handschaltung: 5,6 l/100 km).
Mercedes A 250 • Motor: Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung • Hubraum: 1991 ccm • Leistung: 165 kW (224 PS) bei 5500 U/min • max. Drehmoment: 350 Nm bei 1800 bis 4000 U/min • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h • Beschleunigung: 6,2 s • Verbrauch: 6,0 l/100 km.
Mercedes A 180 d • Motor: Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung • Hubraum: 1461 ccm • Leistung: 85 kW (116 PS) bei 4000 U/min • 260 Nm bei 1750 bis 2500 U/min • Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h • Beschleunigung: 10,5 s • Verbrauch: 4,1 l/100 km.

Gebrauchtwagen: Aktuelle A-Klasse ab 14.000 Euro

Auch als Gebrauchtwagen ist die A-Klasse kein Schnäppchen. Seit 2012 ist das Vorgängermodell (Typ W 176) auf dem Markt, Exemplare mit rund 100.000 Kilometern auf dem Tacho starten bei etwa 14.000 Euro. Der Generationswechsel war ein Paukenschlag, der Sandwichboden und die hohe Sitzposition des Vorgängers W169 verschwanden, dafür aber wurde auch dessen typischstes Problem beseitigt: der Türkantenrost. Die Langzeitqualität des W176 stimmt, Fahrwerk und Lenkung sind auf Agilität getrimmt – mit dem Facelift 2015 kamen ein neues Infotainment sowie ein komfortableres (und optional verstellbares) Fahrwerk hinzu. Nur mit der Übersichtlichkeit hapert es in der A-Klasse. Ansonsten nerven nur Kleinigkeiten wie die billige Kofferraumabdeckung, undichte Xenon-Scheinwerfer oder klappernde Glasdächer – gut so, denn Ersatzteile sind teilweise atemberaubend teuer (Generator für 1320 Euro). Bei den Motoren kommen Benziner und Diesel mit einer Leistung zwischen 90 und 381 PS beim sportlichen AMG A 45 zum Einsatz. Für Traditionalisten sind die 160er und 180er Diesel mit Renault-Technik und Zahnriemen (Wartungsintervall: alle 200.000 Kilometer oder alle zehn Jahre) ein Stilbruch, doch das umgearbeitete Aggregat leistet gute Arbeit in der A-Klasse.
Autoren: Jan Götze, Stefan Grundhoff, Elias Holdenried