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Formel E: Vorschau Paris —

Deshalb läuft es für Renault so mies

Renault steht vor dem Heimrennen in Paris noch ohne Sieg da. Warum läuft es für den erfolgreichsten Formel-E-Hersteller so schlecht?

Verkehrte Welt in der Formel E. Während vor dem Paris ePrix am Samstag (Eurosport überträgt ab 15.00 Uhr) der Lokalmatador Jean-Eric Vergne für das Renault-Kundenteam Techeetah die Tabelle anführt, ist Renault-Spitze Sébastien Buemi nur Gesamt-Vierter. 59 Punkte hinter Vergne, noch ohne Sieg.
Dabei ist Buemi mit zwölf Siegen der erfolgreichste Fahrer und Renault e.dams mit 15 Erfolgen das erfolgreichste Team in der Geschichte der Elektro-Rennserie. Was ist also passiert?
"Ich denke, wir haben uns einfach zu früh auf die kommende Saison konzentriert, wenn neue Autos und neue Motoren kommen. Dabei haben wir das aktuelle Jahr wohl etwas vernachlässigt“, begründet Buemi bei AUTO BILD MOTORSPORT.
Andererseits: Techeetah beweist, dass der aktuelle Renault-Motor noch immer äußerst konkurrenzfähig ist. Warum wird Renault vom Kunden geschlagen? Buemi: „Techeetah bekommt die komplette Hardware von uns. Aber die Software dürfen sie selbst entwickeln. Das soll keine Entschuldigung für uns sein, aber da haben sie einfach bessere Arbeit gemacht.“
Buemi gewann den Paris ePrix im Vorjahr. Ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass ihm das wieder gelingt. Immerhin stand er schon in drei von den bisherigen sieben Saisonrennen auf dem Podium. Es ist das letzte Heimrennen von Renault. Ab der kommenden Saison übernimmt Konzernpartner Nissan das Projekt.
Renault war der Hersteller der ersten Stunde in der Formel E. 2014/2015 fuhren alle Teams mit Einheitsmotoren der Franzosen. Buemi: „Aber davon hatten wir nicht wirklich einen Vorteil. Wir waren in den ersten Jahren einfach besser als die anderen Hersteller. Inzwischen ist unser Budget wohl auch nicht mehr das größte.“
 
Autor: Michael Zeitler