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Formel E: Fehlstarter Lotterer —

„Jetzt steh ich dumm da“

André Lotterer ist der tragische Held des Formel-E-Rennwochenendes in New York. Hier erklärt er, wie es zu seinem Fehlstart kommen konnte.

Der Neueinsteiger des Jahres ist der Verlierer des letzten Rennwochenendes der Formel E. Der Frühstart von André Lotterer kostete seinem Techeetah-Team den Teamtitel. „Jetzt sieht es natürlich so aus, dass es meine Schuld ist. Aber es waren so viele Ereignisse und Fehler im Laufe des Jahres, die da zusammenkommen – egal, ob es meine Fehler waren oder die vom Team. Aber klar, jetzt stehe ich natürlich dumm da“, zeigte er sich hinterher frustriert.
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Wie kam es überhaupt zum Frühstart? Lotterer: „Die Ampel war dieses Mal länger an als üblich. Vielleicht habe ich diesen Sieg und diese Teammeisterschaft zu sehr gewollt. Aber wir hätten einfach nur reibungslos ins Ziel fahren müssen. Es war auf jeden Fall meine Schuld, das nehme ich ganz klar auf meine Kappe.“
Trotz Schuldeingeständnis: Die Strafe empfand der Deutsche als überzogen. Lotterer: „Ich habe gewusst, dass ich eine Strafe bekomme, bin daher fokussiert geblieben. Ich habe mit einer Durchfahrtstrafe gerechnet, denn ich habe ja nicht einmal Plätze gewonnen. Die Zehnsekunden-Stopp-and-Go-Strafe hat dann aber mein Rennen gekillt.“
Teamchef Mark Preston nimmt Lotterer in Schutz: „Ich drehe ihm daraus keinen Strick. Wir haben einen Tag zuvor ja auch einen Teamfehler gemacht.“
Übrigens: Auch Teamkollege Jean-Eric Vergne war haarscharf am Frühstart dran. Nicht alle sind überzeugt, dass der Franzose und frisch gebackene Meister wirklich erst losgerollt ist, als die Ampel erloschen war. Lucas di Grassi ist sich sicher: „Vergne hat die Meisterschaft absolut verdient. Aber: Er HAT einen Frühstart gemacht!“
Autor: Michael Zeitler