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Formel 3: Nächster Sieg für Schumacher —

Schumis Sohn hat Titel im Visier

Mick Schumacher fährt in der Formel 3 seinen dritten Saisonsieg ein. Die Spitze hat der 19-Jährige inzwischen immer fester im Blick.

Nach seinem Husarenritt steigt Mick Schumacher auf sein Auto und reißt beide Arme in die Luft. Anschließend lässt er sich noch im Parc fermé von seinem Prema-Team feiern. Auf dem Podium genießt der Sohn von F1-Rekordweltmeister Michael Schumacher den Sieg im 19. Saisonrennen der Formel 3 in Misano sichtlich. Klar, denn er weiß: Das Momentum in der Nachwuchsserie gehört ihm. Er fuhr nicht nur seinen dritten Saisonsieg ein, es ist vor allem der dritte seit Ende Juli.
Erst Spa, dann Silverstone, nun Misano: Mit 161 Punkten hat sich der 19-Jährige inzwischen auf Gesamtplatz vier vorgearbeitet und liegt damit nur noch 37 Zähler hinter Red-Bull-Junior Daniel Ticktum (Motopark/198), der Sechster wurde.
Und der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher (49) gibt zu, dass er den Titel im Blick hat: „Es wäre gelogen, wenn ich 'Nein' sagen würde. Es ist im Moment aber am wichtigsten, Punkte zu sammeln und vor allem die Rennen auch zu beenden.“
Den Grundstein zum Sieg hat Schumacher mit der zweiten Pole-Position seiner Formel-3-Karriere gelegt. Das Rennen dominiert er vom Start weg. Schnell fährt er einen Vorsprung von rund einer Sekunde auf seinen Teamkollegen Marcus Armstrong heraus. Näher lässt Schumacher seinen Verfolger auch nicht ran. Im Gegenteil: Am Ende legt Mick noch einmal zu und hat im Ziel 2,2 Sekunden Vorsprung auf Armstrong. Robert Shvartzman und Guanyu Zhou runden den Prema-Vierfachsieg ab.
Was macht ihn nach einem durchwachsenen Start in die Saison mit einem steten Auf und Ab neben einem guten Auto so stark? Schumi III: „Meine Rennübersicht würde ich nennen. Der Speed gehört auch dazu. Und auch das Qualifying haben wir in den vergangenen Monaten sehr verbessert.“ Er kündigt an: „Ich werde auf jeden Fall in allen Punkten fleißig weiterarbeiten und nicht aufhören, zu lernen und mich zu verbessern.“
Dass es nun so laufe, liege aber auch schlicht an einer Portion Glück. „Wir haben gar nicht viel verändert. Wir bekommen alles besser zusammen, auch Umstände wie Windschatten oder eine saubere Strecke spielen uns in die Karten. Das macht es einfacher. Ich bin froh, dass wir das Potenzial zeigen können“, so Schumacher.
Am Abend steht in Misano noch das Qualifying für die beiden weiteren Läufe am Sonntag an. Die Vorhersage: Es könnte regnen, knifflige Bedingungen also. Ein Umstand, der Schumacher erneut zum Lächeln bringt. Schumacher: „Schwierig macht Spaß. Die Herausforderung ist größer. Da kann man wirklich zeigen, was man kann. Und wenn man ein gutes Auto hat, macht es das noch um einiges einfacher.“
Autor: Andreas Reiners