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Formel 3: Mick Schumacher —

Berger: „Er zeigt das Schumacher-Gen“

Mick Schumacher hat sich an drei Rennwochenenden mitten in den Formel-3-Tltelkampf gefahren. Damit beeindruckt er auch die Rennsportszene.

Spa ist mal wieder die heilige Rennstätte der Familie Schumacher. Hier gelangen Michael Schumacher die entscheidenden Schritte in der Formel 1, vom ersten Grand Prix bis zum ersten Sieg. Und jetzt hat Spa die Wende für Mick Schumacher gebracht, dem Sohn des F1-Rekordweltmeisters.
44 Rennen fuhr er erfolglos Formel 3, Zweifel wuchsen, der Druck stieg. Aber seit Spa hat er schon drei Rennen gewonnen, in Misano am vergangenen Wochenende schon wieder. Und er hat mit 50 Punkten insgesamt sein bestes Rennwochenende des Jahres gezeigt. Ist jetzt voll im Titelkampf, mit gerade Mal 36 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Dan Ticktum. Bei drei noch ausstehenden Rennwochenende ist daher für den 19-Jährigen noch alles drin.
„Man sieht: Wenn man mal einen Moment hat, kann so ein Lauf kommen. Er macht es im Moment sehr gut, er hat einen Weg gefunden, den Knoten aufzumachen“, analysiert DTM-Pilot Timo Glock im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT. „So ein erster Sieg befreit einfach. Ich hoffe, dass er den Schwung mitnehmen kann. Wenn er so weitermacht, ist er gut dabei, um den Titel mitzureden.“
Auch DTM-Chef Gerhard Berger sagt zu ABMS: „Der Bursche zeigt auf einmal die Schumacher-Gene: Rennen gewinnen. Er entwickelt sich und zeigt Ecken und Kanten. Sein Vater hatte ja endlos Ecken und Kanten. Ich hoffe, dass es so weitergeht. Ihm steht alles offen. Jeder freut sich, wenn Mick in irgendeiner Art und Weise in die Fußstapfen seines Vaters tritt.“
Woher kommt der plötzliche Erfolg? Akribische Arbeit am Qualifying, seine Rennpace war schon immer gut. Teamchef René Rosin: „Im Rennen ist er sehr stark. Beim Start, in der ersten Runde, wie er sich da verhält. Er ist da immer sehr clever. Und in den ersten Runden werden die Rennen entschieden.“ Und die Durststrecke bis Spa? Rosin: „Es gibt keinen speziellen Grund. Seit dem ersten Rennen ist er konkurrenzfähig. Es war auch Pech dabei, dazu Fehler vom Team oder von ihm. Das hat ihm nicht die Resultate gebracht, die möglich waren. Ich war mir sicher, dass er nach einer Reihe guter Ergebnisse auch konstant das vorne fahren kann. Und das tut er jetzt.“
Schon in zwei Wochen geht es für Mick Schumacher weiter. Dann fährt die Formel-3-EM am Nürburgring.
Autoren: Michael Zeitler, Andreas Reiners