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Formel 1: Vettel fährt Zug —

Wird Vettel Leclercs Zugführer?

Vettel kam mit Zug nach Monza. Muss er im Qualifying Lokomotive für Leclerc spielen?

Zugfahren ist für Sebastian Vettel mittlerweile wieder „in“. Nach Monza zum Großen Preis von Italien (Sonntag, 15.10 Uhr live auf RTL, Sky und F1 TV) kam er weder mit dem Auto noch mit dem Flugzeug. Vettel: „Um die Fliegerei kommen wir in unserem Job teilweise nicht drum herum. Aber Monza liegt nicht allzu weit weg. Da kann man auch mal was für die Umwelt tun."
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Der Deutsche entwickelt ein immer stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit. In Ungarn sammelte er Plastikflaschen im Fahrerlager ein. Jetzt wählt er den Zug als Fortbewegungsmittel seiner Wahl. "Es sind die kleinen Dinge, die man machen kann, für sich selbst, für sein eigenes Bewusstsein", sagt er. "Es gibt sehr viele Leute auf dem Planeten. Wenn alle ein bisschen was machen, ist das schon extrem viel.“
Zugfahren wird auch im Autodromo von Monza zum Programm gehören. Dann nämlich, wenn es am Samstag um die Zeitenjagd für die Startaufstellung geht. Grund: Im Highspeed-Tempel ist der richtige Windschatten der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb bilden die Teams Tempo-Züge. Ein Fahrer muss den anderen hinter sich herziehen und ihm Windschatten geben.
2018 zog Lokomotive Vettel seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen so zur Pole-Position – und ärgerte sich hinterher drüber, dass er als Zugführer nicht selbst nicht von den Zusatz-km/h profitieren konnte.
Das gleiche Schicksal droht ihm aber auch dieses Jahr. Grund: Die Teams ändern die Reihenfolge, welcher Fahrer im Qualifying zuerst rausfährt, von Wochenende zu Wochenende.
In Spa war Vettel noch der Passagier, der von Leclercs Windschatten hätte profitieren können, wenn der Monegasse zuvor nicht Lewis Hamilton überholt hätte und Vettel so entwischt wäre. In Monza sollte Vettel theoretisch also die Lokomotive für Leclerc spielen.
Allein: Betrachtet man ausschließlich das Wochenende des GP Italien, ist das alles andere als fair. Denn im königlichen Park ist Windschatten wichtiger als sonst wo. Das bestätigt auch Lewis Hamilton, der in Monza laut Plan von seinem Teamkollegen Valtteri Bottas gezogen werden müsste. Der Mercedes-Star: „Dieses Jahr reagieren die Autos noch stärker auf Windschatten.“
Bleibt die Frage, ob Ferrari und Mercedes wirklich nur einem Fahrer diesen Vorteil geben – oder den dritten Qualifyingschnitt splitten und jedem Fahrer einmal den Windschatten-Zug ermöglichen. Für die teaminterne Aufholjagd von Zugfahrer Vettel wäre das ein entscheidender Faktor.
Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach
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