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Formel 1: Statistik GP Belgien —

Hülkenberg auf Start-Crash-Rekordkurs

Sebastian Vettel ist mit dem 15. Start-Ziel-Sieg seiner Formel-1-Karriere auf Rekordjagd. Nico Hülkenberg schon mit dem zehnten Startunfall!

- Gleich in zwei Statistiken ist Sebastian Vettel in Spa an Alain Prost vorbeigezogen: Nach Siegen mit 52:51 und nach Podestplätzen mit 107:106. Nach WM-Titel sind sie noch gleichauf (je vier), aber auch da könnte der Deutsche schon 2018 an Prost vorbeigehen. Rein statistisch sind die Chancen dafür gut: Wann immer Vettel den Belgien-GP gewonnen hat (2011 und 2013) wurde er in dem Jahr auch Champion.
- Es war außerdem der 15. Start-Ziel-Sieg für Vettel. In dieser Disziplin liegt nur Ayrton Senna (19) noch vor dem Heppenheimer, der das in diesem Jahr auch schon in Kanada geschafft hat. Nach Führungskilometern 2018 steht es im Duell mit Lewis Hamilton übrigens – obwohl beide je fünf Saisonsiege erzielt haben – 1830:1136 für Vettel. Das zeigt, wie gut der Deutsche wirklich ist.
- Lewis Hamilton holte aber auch einen Rekord: Mit fünf Polepositions ist er jetzt erfolgreichster Qualifying-Fahrer beim Belgien-GP. Juan-Manuel Fangio, Ayrton Senna und Alain Prost kommen jeweils auf vier Poles. Es war Hamiltons 78. Pole, in Belgien 2017 stellte er den bis dato gültigen Rekord von Michael Schumacher (68) ein.
- Racing Point ist das erste neue Team, das während der Saison einsteigt, seit Coloni 1987! Im selben Jahr kam auch Larrousse während des Jahres neu dazu, sammelte aber noch drei WM-Punkte (nach dem aktuellen Punktesystem sogar 41).
- In Wirklichkeit ist Racing Point natürlich das Force-India-Team, nur mit neuem Namen. Die 59 Punkte von Force India wurden gestrichen. Dabei würde Racing Point ansonsten jetzt mit 77 Zählern Platz fünf in der Konstrukteurswertung belegen, einen Punkt vor Haas. So ist Racing Point nur Gesamt-Neunter. Nichtsdestotrotz war es der beste Start eines neuen Rennstalls seit dem Brawn-Team 2009, das mit Jenson Button und Rubens Barrichello in Australien 2009 sogar einen Doppelsieg feierte. Brawn war das Nachfolgerteam von Honda – also auch kein eigenständig neu aufgebauter Rennstall.
- Nico Hülkenberg löste den Startcrash aus – es war bereits das zehnte Mal, dass der Deutsche in Runde eins die Segel streichen musste. Immer wegen eines Unfalls. Zuletzt beim Spanien-GP konnte er allerdings nichts dafür – da wurde er vom querstehenden Romain Grosjean aus dem Rennen gezogen. Mehr Ausfälle schon in Runde eins haben trotzdem nur vier Fahrer: Jarno Trulli (14), Rubens Barrichello (13), Andrea de Cesaris (12) und Kimi Räikkönen (11). Hülkenberg hat auch die wenigsten Rennkilometer 2018 gesammelt. Mit 2806 Kilometern führt er vor Charles Leclerc (3066) und Pierre Gasly (3067) die Tabelle der Kilometer-Schlusslichter an.
- Charles Leclerc schied übrigens sogar schon zum zweiten Mal in Folge am Start aus. Eine solche Pechsträhne hatte zuletzt Felipe Massa (Silverstone und Hockenheim 2014) – und kam in der Formel-1-Geschichte erst 17 Mal vor, Leclerc inklusive.
Autor: Michael Zeitler