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Formel 1: Speed-Rekord geknackt —

So schnell war die Formel 1 noch nie

Kimi Räikkönen stellte mit seiner Pole-Position beim Italien-GP gleich mehrere Rekorde auf. Beeindruckend ist vor allem, wie schnell die Formel 1 derzeit ist.

Die Formel 1 übertrifft sich mal wieder selbst. Noch nie war eine Qualifying-Runde in der Formel 1 so schnell wie bei Kimi Räikkönen am Wochenende in Monza. Im Schnitt war er 263,588 km/h schnell – ein neuer Rekord. Dafür hat der Finne die vollen fast 1000 PS aus dem 1,6-Liter-V6-Hybridmotor quetschen dürfen, samt extra Motor-Mapping für das Quali.
Statistik zum Italien GP: Hier anschauen
Die Formel-1-Motoren waren schon mal kraftvoller. Die 1000-PS-Marke wurde zu Beginn der 2000er Jahre bereits mit den 3,0-Liter-V10-Saugern gekitzelt. Und die Turbomotoren der 80er Jahre leisteten im Qualitrimm mit bis zu fünf bar Ladedruck fast 1500 PS. Doch damals war die Aerodynamik wesentlich rudimentärer.
Seit 2017 sind die Formel-1-Flitzer noch mal schneller geworden, dank neuer Aeroregeln. Letztes Jahr war das Monza-Qualifyingverregnet. Erst 2018 konnte sich das Tempo auf trockener Bahn so richtig entfalten. Räikkönen schlug einen 14 Jahre alten Rekord. Rubens Barrichello war 2004 auf seiner Pole-Runde im Schnitt 260,395 km/h schnell. Auch er fuhr damals für Ferrari.
Im Rennen fehlen den aktuellen Autos allerdings doch ein paar Sekunden auf die Zeiten im Qualifying. Und das Safetycar in der Anfangsphase drückte ebenfalls den Geschwindigkeitsschnitt im Grand Prix. Der Italien-GP 2018 liegt daher mit einem Schnitt von 239,288 km/h nur auf Rang zwölf. Spitzenreiter bleibt Italien 2003, als Michael Schumacher mit einem Schnitt von 247,586 km/h das Rennen für sich entschied.
Auch der Topspeed-Rekord wurde verfehlt. Sergio Pérez war in der Spitze 362,5 km/h schnell. Der offizielle Rekord liegt bei 369,9 km/h – aufgestellt von Antônio Pizzonia 2004 im BMW-Williams in Monza. Bei Testfahrten kam Juan-Pablo Montoya 2005 im McLaren-Mercedes sogar auf 372,6 km/h. Und in Baku 2016 brachte es Valtteri Bottas laut Williams-Datenaufzeichnungen sogar auf 378 km/h. Aber kein offizieller Messpunkt konnte diesen Wert bestätigen.
Die zehn schnellsten Pole-Runden
Italien 2018: Kimi Räikkönen (Ferrari) 263,588 km/h
Italien 2004: Rubens Barrichello (Ferrari) 260,395 km/h
Italien 2002: Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) 259,828 km/h
Großbritannien 1985: Keke Rosberg (Williams-Honda) 259,005 km/h
Italien 2005: Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) 257,855 km/h
Italien 2003: Michael Schumacher (Ferrari) 257,584 km/h
Italien 1991: Ayrton Senna (McLaren-Honda) 257,416 km/h
Italien 1993: Alain Prost (Williams-Renault) 257,209 km/h
Italien 2016: Lewis Hamilton (Mercedes) 257,038 km/h
Österreich 1987: Nelson Piquet (Williams-Honda) 256,622 km/h
Autor: Michael Zeitler