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Formel 1: Ocon zu groß für McLaren —

Kubica-Comeback realistisch

Lance Stroll soll möglichst schnell für das Force-India-Team seines Vaters fahren. Das hat jedoch gravierende Auswirkungen auf den F1-Fahrermarkt.

Mit Daniel Ricciardo (Wechsel von Red Bull zu Renault) und Fernando Alonso (Formel-1-Abschied) haben die Königsfiguren im Transferschach ihre Züge gemacht. Trotzdem geht der Poker in die nächste Runde. Und das mit neuen Protagonisten. Mit seinem Einstieg bei Racing Point Force India hat Milliardär Lawrence Stroll das Transfer-Karussell noch mal mächtig in Bewegung gebracht. Denn sein Sohn Lance soll schnellstmöglich aus dem langsamen Williams in den flotten Force India wechseln.
Der junge Kanadier war in Spa bereits zur Sitzprobe beim neuen Spielzeug seines Herrn Papa. Doch für Monza (an diesem Wochenende) klappte das Wechsel-Dich-Spiel noch nicht. Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT könnte Stroll junior aber schon beim nächsten Rennen in Singapur im rosa Renner sitzen. So jedenfalls der Plan.
Das würde eine Reihe von Änderungen in anderen Teams nach sich ziehen. An vorderster Front bei Williams. Dort - das erfuhr ABMS aus sicherer Quelle - steht Robert Kubica tatsächlich in den Startlöchern als Stroll-Ersatz. Der Pole, der nach einem schweren Rallyeunfall beinahe seine rechte Hand verlor, war schon Ende 2017 heißer Kandidat für das Williams-Cockpit, wurde aber von Sergey Sirotkin und seinen Russen-Millionen ausgestochen.
Nun könnte es in Singapur doch noch zum hoch emotionalen Comeback des beliebten Ex-BMW- und Renault-Stars kommen, der vor seinem Crash schon einen Ferrari-Vertrag in der Tasche hatte. Brisant: Ein Stadtrennen wäre für Kubica der schwierigste Wiedereinstieg, den man sich denken kann. Vielleicht auch deshalb sagt Williams-Vizeteamchefin Claire Williams zu Sky England: "Ich erwarte vor Singapur keine Änderungen. Danach könnte der Stein ins Rollen kommen. Vielleicht rund um Sotchi oder Austin."
Aber es gibt noch ein Problem: Esteban Ocon. Der Franzose braucht ein Ersatzcockpit, soll er Force India verlassen. Hinter den Kulissen wird deshalb intensiv daran gearbeitet, ihn zu McLaren zu transferieren. Dort hat Stoffel Vandoorne zwar einen Vertrag, soll aber via Leistungsklauseln kündbar sein. Allerdings: Ocon ist mit seinen 1,86 Metern zu groß für das McLaren-Cockpit, das für die Rennzwerge Fernando Alonso (1,71 m) und Stoffel Vandoorne (1,77 m) gebaut wurde. Teamintern, so ist zu hören, sucht man dringend nach einer Lösung.
Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff