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Formel 1: Jean Todt spricht —

FIA-Präsident lobt Halo

FIA-Präsident Jean Todt steht im Rahmen des Italien GP Rede und Antwort: Todt über Halo, die neuen Motoren, einen Porsche-Einstieg und die Formel E.

Es muss eine Genugtuung für ihn sein: FIA-Präsident Jean Todt war immer einer der größten Verfechter des Cockpitbügels Halo. Doch die Kritiker stellten Ästhetik über Sicherheit. Bis Spa. Da verhinderte der Halo, dass Charles Leclerc womöglich von Alonsos Vorderrad am Kopf getroffen wurde. „Ich fand den Halo nie hässlich“, sagt Todt nun am Rande des Großen Preises von Italien und gibt zu bedenken: „Zweimal haben mich die Fahrer aufgefordert, den Kopf mehr zu schützen. Der Halo war die logische Reaktion darauf.“
Der Kritik an der Optik des Halo nimmt sich die FIA aber trotzdem an. Renndirektor Charlie Whiting erklärt: „Die Forschung geht weiter, wahrscheinlich für 2021. Möglich, dass das einigen ästhetisch dann besser gefällt - auch wenn das nicht der Hauptgrund dafür ist." Denn im Vordergrund steht immer der Sicherheitsgedanke.
In Bezug auf den Spa-Crash steht mittlerweile auch fest: Alonsos Vorderreifen übte 56 Kilonewton, also knapp 5,5 Tonnen, auf den Titanbügel des Saubers aus. Das ist die Hälfte von dem, was der Heiligenschein aushalten kann. Der Aufprall war so stark, dass die Vorderradaufhängung des McLaren brach. Rennleiter Charlie Whiting: „Mit Bestimmtheit können wir nicht sagen, ob Halo Charles das Leben gerettet hat, es hat aber sicher nicht geschadet.“
Todt äußerte sich auch zu weiteren wichtigen Themen der Formel-1-Politik. AUTO BILD MOTORSPORT fasst die Aussagen kurz zusammen:
- Neue Motoren ab 2021: „Eigentlich sollten die Regeln schon Ende Juni stehen. Wir wollen aber alles zusammen präsentieren: technisches Reglement, sportliches Reglement und auch Geldverteilung. Hierfür sind nicht nur die FIA, sondern auch der kommerzielle Rechteinhaber und die Teams zuständig. Die geplante Richtung der neuen Antriebseinheiten wird jedenfalls bleiben.“ Heißt auch: keine Verschiebung auf 2023. Ziel sind lautere Motoren, weniger Limits, mehr PS. Ob die Wärmemaschine MGU-H bleibt, steht immer noch nicht fest.
- Kommt Porsche? Todt verrät: „Noch hat sich niemand festgelegt. Ein Hersteller wartet aber auf die finalen Regeln, es gibt einen ernsthaften Interessenten für die Zukunft.“
- Bleibt Pirelli auch nach 2019 exklusiver Reifenlieferant? Die Ausschreibungsphase endete gestern. Todt: „Die Bewerbungsphase ist gerade erst um, deshalb kenne ich noch keine Details. Aber es gibt mehr als einen Bewerber, das kann ich sagen.“ Michelin ist übrigens nicht dabei.
- Macht die Formel E der Formel 1 Konkurrenz? Todt: „Das wäre völliger Schwachsinn, denn es sind zwei ganz unterschiedliche Kategorien. Die Formel E hat nicht die Performance, deshalb muss sie in Städten fahren. Wenn sie auf Strecken wie hier in Monza fahren würden, würde sich niemand dafür interessieren. Die Formel E ist ein Baby der FIA, die Formel 1 die Königsklasse.“
Autor: Bianca Garloff