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Formel 1: Der neue McLaren —

Braucht der Renault-Motor so viel Luft?

McLaren präsentiert den neuen McLaren-Renault MCL34. Der hat auffallend große Kühleinlässe – anders als beim Werksteam Renault. Das sind die technischen Kniffe.

Ein Traditionsteam kämpft gegen den Untergang. Anhand der nackten Zahlen war McLaren 2018 nicht so schlecht: Gegenüber 2017 ging es von Rang neun auf Rang sechs der Konstrukteurswertung und von 30 rauf auf 62 Punkte. Aber: Gegen Ende der Saison war das britische Traditionsteam meist nur noch die neunte Kraft – langsamer war nur noch ein anderes Traditionsteam: Williams.
So lief der erste Test der neuen Autos: Hier klicken
Ob McLaren aber mit dem neuen MCL34 die Trendwende schafft, muss sich erst zeigen. Auf den ersten Blick fallen die extrem großen Kühleinlässe an den Seitenkästen und an der Airbox auf (alle Technik-Kniffe sehen Sie in unserer Bildergalerie!). Sie sind größer als letztes Jahr. Das überrascht, weil sie beim Werkspartner Renault viel kleiner konstruiert sind. Offenbar sind sich die beiden von Renault befeuerten Team uneins darüber, wie viel Frischluft das Triebwerk wirklich braucht.
Die Nase folgt der Philosophie von Red Bull mit der Öffnung vorn, die McLaren sogar in drei Kanäle unterteilt hat. Die Haifischkiemen neben der Nase, die McLaren im Vorjahr eingeführt hat, sind verschwunden. Ähnlich wie beim neuen Mercedes W10 wird die Nase zudem auf Höhe der Startnummer breiter. Ein Steg verbindet wie bei Red Bull die Vorderradaufhängung mit den Barge Boards. Die Vorderradaufhängung selbst ist wie ein Flügel gestaltet.
Die Felgen vorn und hinten unterscheiden sich in ihrem Design – wie das bei auch bei Mercedes der Fall ist. Dem Trend folgend sind die Rückspiegel bei McLaren weit nach außen gezogen. Die Finne über der Motorabdeckung wirkt nach hinten abgebrochen. Der Heckflügel prangt auf zwei Stelzen – und ist wie bei Mercedes und Red Bull nach hinten stark in die Länge gezogen. Das Auto ist zudem weniger stark angestellt als noch im Vorjahr.
Die Lackierung enthält neben den Orange-Farben auch Blau-Töne – dank des spanischen Bierherstellers Estrella Glacia. Auch Zigarettenhersteller BAT (British American Tobacco), früher Eigner des BAR-Teams, kehrt mit McLaren in die Formel 1 zurück.
Personell stellt sich das Team neu auf. Mit Carlos Sainz und Lando Norris tritt McLaren mit einer komplett neuen Fahrerpaarung an. Im Mai stößt dann auch Teamchef Andreas Seidel aus Deutschland dazu. Er wird das Formel-1-Geschäft führen und damit McLaren-Boss Zak Brown und Sportdirektor Gil de Ferran, einen ehemaliger IndyCar-Piloten, unterstützen.
Als neuer Technikchef heuert James Key von Toro Rosso an.
„Wir sind alle entschlossen, motoviert und vereint in unserer Ambition McLaren wieder zur Konkurrenzfähigkeit zurückzuführen. Der MCL34 ist nur der Start dieses Prozesses“, erklärt Teamchef Zak Brown zum Abschluss.
Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff