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Formel 1: Alonso schießt gegen Red Bull —

Bizarrer Zoff zwischen Alonso und Red Bull

Fernando Alonso zeigt sich verwundert von Red Bulls jüngsten Aussagen und berichtet von mehreren Angeboten. Die Hintergründe und was die Bullen sagen:

Neun Rennen dauert die Formel-1-Karriere von Fernando Alonso noch. Auf seiner Abschiedstournee haut der Spanier nochmal einen raus - und schießt gegen Red Bull!
Der Grund: Teamchef Christian Horner war bei der Nachfolgersuche für Daniel Ricciardo in der Sommerpause mit den Worten zitiert worden: „Ich habe viel Respekt vor Fernando als Fahrer. Aber er neigt dazu, überall wo er hingeht, Chaos zu verursachen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob es das Beste für unser Team wäre, ihn zu verpflichten.“
Alonsos Konter in Spa: „Die Kommentare sind sehr komisch. Erstens hat Red Bull nie mit mir gearbeitet, zweitens haben sie mich in den ganzen Jahren fünf- oder sechsmal versucht zu verpflichten!“ Alonso zählt auf: „In 2007, 2009, 2011, 2013 und zweimal dieses Jahr - einmal in Monaco und einmal im Sommer. Und nun sagen sie sowas.“
Der Spanier findet: „Das war verrückt und unfair mir gegenüber. Ich habe Christian danach auch geschrieben und er hat sich per Email entschuldigt. Ich hoffe er entschuldigt sich auch dieses Wochenende nochmal.“
Bei Red Bull sieht man die Sache aber ganz anders. „Schwachsinn. Wir haben Alonso kein Angebot gemacht“, sagt Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko zu AUTO BILD MOTORSPORT.
Mit Horner führte Alonso tatsächlich mal Gespräche, als er 2013 unbedingt weg wollte von Ferrari. Diese sorgten vor allem für Unruhe bei der roten Konkurrenz. Für Helmut Marko, den Entscheider in Sachen Fahrerfragen bei Red Bull, stand aber schon damals fest: „Alonso ist für uns keine Option.“
Alonso berichtet: Deshalb höre ich auf
Auch Horner selbst kann sich die jüngsten Alonso-Aussagen nicht erklären: „Vielleicht hat Franz (Tost, Toro-Rosso-Teamchef; d. Red.) ihm ein Angebot gemacht“, spottet er. „Im Ernst: Ich weiß nicht, warum Fernando das gesagt hat oder von wem er das Angebot hatte. Von Red Bull hatte er dieses Jahr jedenfalls keines auf dem Tisch.“
Allerdings räumt Horner ein: „Ich hatte ein paar Plaudereien mit Flavio (Briatore, Alonso-Manager; d. Red.) und es gab eine Anfrage durch die FOM (Formel-1-Management; d. Red.).“ Wahrscheinlich also, dass die Formel-1-Bosse sich bemühten, ein Cockpit für Alonso zu finden, damit die Serie den PS-Superstar nicht verliert.
Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff