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DTM: Nachtrennen —

Spektakulär und knifflig

Das siebte DTM-Event in Misano wird besonders: Eine neue Strecke, ein berühmter Gaststarter, ein anderer Zeitplan, Nachtrennen und ein neuer TV-Sender.

Eine neue Strecke, ein anderer Zeitplan, eine komplett neue Herausforderung: Das siebte Rennwochenende der DTM ist für alle Beteiligten ein Abenteuer. Denn nur wenige Fahrer kennen den Kurs im italienischen Misano an der Adriaküste. Und: Die Tourenwagenserie erlebt die ersten Nachtrennen ihrer langen Geschichte. Die Fans können sich freuen, denn glühende Bremsscheiben, Funkenflug oder Flammen aus dem Auspuff sorgen unter Flutlicht für spektakuläre Bilder.
Für die Fahrer könnte das Flutlicht aber knifflig werden. „Wir wissen nicht, wie hell die Lichter sein werden. Es gibt einige Probleme mit dem Abkürzen von Kurven und in der Nacht kann man auf den Fernsehkameras nicht wirklich sehen, ob ein Fahrer abkürzt. Es wird sehr interessant werden, im und auch außerhalb des Autos“, sagt der amtierende DTM-Champion Rene Rast.
Jamie Green weiß: „An einigen Stellen war es trotz Flutlicht ganz schön dunkel. Im Gegensatz zu einem GT3-Auto haben unsere DTM-Autos nur Tagfahrlicht, sind aber viel schneller. Da braucht es noch weitere Ausleuchtung, sonst könnte es heikel werden.“
Der Kurs wird mit 22 permanenten Lichtmasten ausgeleuchtet. Speziell für die DTM werden zusätzlich vier mobile Licht-Cubes installiert, an der Boxenausfahrt sowie in den Kurven 4, 5 und 14. Bereits vor Monaten wurde die Strecke vom DMSB inspiziert und freigegeben. Bei Audi werden zudem die Cockpits mit Schwarzlicht beleuchtet, das bereits in den LMP1-Rennwagen bei den 24 Stunden von Le Mans zum Einsatz kam.
Weitere Premiere: Die Action startet erst am späten Nachmittag, die Rennen sogar erst um 22.30 Uhr. Die Fahrer stellen sich im Vorfeld um. „Ich bin perfekt vorbereitet. Ich habe in meinem Sommerhaus jetzt schon immer abends mit meinen Freunden gefeiert und gegessen und bin spät ins Bett gegangen“, scherzte Juncadella. BMW-Pilot Marco Wittmann wird später ins Bett gehen und länger in den Tag schlafen, um in den Rhythmus zu kommen. Wittmann: „Du musst spätabends performen können und nicht wie gewohnt am Nachmittag. Der gleiche Ablauf macht keinen Sinn, wenn du dann schon übermüdet ins Rennauto steigst.“
Auch im Fernsehen gibt es einen anderen Ablauf: kabel eins wird ab 22.15 Uhr live aus Misano übertragen. Schwestersender Sat.1 hatte den Wechsel bereits vor einigen Wochen angekündigt: Dort wird zur gleichen Zeit „Promi Big Brother“ gezeigt.
Autor: Andreas Reiners