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Bodensee-Klassik 2018: Tag 3 —

Drehzahlfest in den Bergen

Blauer Himmel, tolles Bergpanorama und atemberaubende Strecken: An Tag 3 lenkt das Roadbook die Oldies der BKL in die Voralpen. Traumetappen zum Schluss!

Bei einer Oldtimerrallye wie der BKL trifft die Klassik überall auf die Moderne. Ob bei den Autos, denn auch am 3. Tag der Bodensee-Klassik mischt sich das Feld der 180 Blechschönheiten unter die Alltagsautos, oder bei den Menschen: Die junge Frau, die den Teilnehmern auf der Tour nach Füssen in Balderschwang ein Goodie überreicht, trägt die Tracht ihrer österreichischen Heimat– und am Bein ein Tattoo. Auf den beiden letzten Etappen der diesjährigen Rallye geht es nochmals auf 277 Kilometern durch schöne Voralpentäler, und nach den grauen, aber trockenen beiden Tagen gibt das Wetter nochmal alles: Die Cabriofahrer machen ihre Autos obenrum frei, ob Austin Healey, BMW  328 vom ZF-Werksteam. Auch das Hörmann-Damen-Duo aus Bielefeld verstaut beim Jaguar XJ-S Convertible die beiden Dachhälften  im Kofferraum. "Die tolle Fahrt durch die schöne Landschaft macht die Fahrt so besonders", sagt die Jaguar-Co-Pilotin Antje Hörmann und strahlt.

Genussfahrt durchs Alpenvorland

Vielseitig ist die Strecke allemal, in Obermaiselstein ist die Bergstraße noch nicht fertig, langsam rollen die Oldies über eine Schotterpiste und durch einen Tunnel. Auf dem Weg nach Bad Hindelang schnürt der SONAX-T1 am Reporterteam vorbei, eine wahre Bergziege! Für Abwechslung sorgen die Wertungsprüfungen. Sie kommen mit Ansage, dann gibt's genaue Anweisungen im Roadbook, wie am Oberjoch. Dort sind erst 40 Meter in neun Sekunden, dann eine Kreisbahn von 60 Metern in 13 Sekunden zu absolvieren. Gelegentlich überraschen Prüfungen die Teilnehmer: Bei Grän werden die Oldies über einen Parkplatz geführt, wo es heißt: Supergeheime Wertungsprüfung! Erst nach gutem Zureden rückt der Rallyemann Dirk Göbel gegenüber den Reportern die Werte raus, die er den Teilnehmer kurz vor Prüfungsstart in den Wagen reicht: 2250 Meter in 3,10 Minuten, das sind, Moment, 186 Sekunden. Oder? Jedenfalls werden einige Teilnehmer zum Ende der Strecke hektisch, andere trödeln ein wenig.

28 Autos holt der ADAC in die Rallye zurück

Die allermeisten Oldies schnurren klaglos die Bergstrecken hoch und wieder runter. Nur wenige Autos schwächeln, und wenn das passiert, ist der ADAC schnell zur Stelle. "30 Einsätze hatten wir, und in 28 Fällen konnten wir die Fahrzeuge zurück ins Rennen bringen", sagt Stefan Geiger, der Leiter der ADAC-Pannenhelfer, die die Rallye betreuen. Und eines der Teams, das als Ersatzfahrzeug einen Porsche 924 S vom ADAC gestellt bekam, liegt am Ende von Tag 2 gar auf dem 3. Platz! Zur Schlussetappe geben alle Teams nochmals ihr Bestes, erst bei der Opel-Wertungsprüfung ganz zum Scluss der 5. Etappe entscheidet sich, wer es schafft, zehn Meter in 5,5 Sekunden zu fahren – und welches Team die diesjährige Bodensee Klassik für sich entscheiden kann! Am Abend werden die Sieger gekürt.
Autoren: Elias Holdenried, Matthias Brügge