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BMW Urban Cross (2023): Vorschau —

BMW plant ein Mini-SUV

Bei den Klein-SUVs boomt der Absatz – und BMW hat nichts im Angebot. Das soll sich mit dem Urban Cross ändern: Auf Mini-Basis, mit neuem Design und mit Elektro-Unterstützung.

Mit dem X1 war BMW Vorreiter: 2009 stellten die Münchner das kompakte SUV vor, erst 2011 kam Audi mit dem Q3, noch einmal zwei Jahre später Mercedes mit dem GLA. Eine Klasse tiefer hingegen drohen die Bayern ins Hintertreffen zu geraten. Volkswagen rollt noch in diesem Jahr den Mini-SUV T-Cross auf unsere Straßen, Schwester Audi folgt mit dem Q1 – und selbst Mercedes plant einen kleinen Bruder des GLA. Auch die Koreaner sind mit Kia Stonic und Hyundai Kona längst beim Kunden angekommen. BMW hingegen kann nur mit dem Mini Countryman kontern, der ist aber optisch für einen Mini zu dick geraten, für einen Nicht-BMW zu teuer und mit einer Länge von 4,30 Metern dann doch nicht mini genug. Jetzt aber überlegen die Münchner, ein richtiges kleines BMW-SUV aufzulegen. Projektname: Urban Cross.

Hybride und i-Version

Seit der aktuelle X1 auf 4,44 Meter gewachsen ist, ist auf jeden Fall Platz für ein kleineres Modell. Als Plattform ist eine Weiterentwicklung der aktuellen Mini-Basis UKL2 im Gespräch. Sie soll leichter werden, technisch nicht ganz so aufwendig – und bei Bedarf kann sie sogar elektrifiziert werden. Denn wie alle Hersteller leidet auch BMW unter sinkenden Diesel-Verkaufszahlen. Man weiß: Geringe Verbräuche und saubere Abgaswerte werden künftig vor allem Hybridmodelle mit Dreizylinder-Benzinern bringen. Ähnlich wie Volkswagen beim neuen Golf setzen auch die Bayern ab 2020 auf eine flächendeckende Hybridisierung. Vorteil: Selbst PS-starke Cooper- und Cooper-S-Versionen sind so vergleichsweise einfach darstellbar. Die teureren Modelle werden nämlich als Plug-in mit mindestens 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite angeboten. Und sogar eine i-Version mit rund 300 Kilometer Reichweite ist in Planung.

Optische Neuausrichtung

Mindestens so wichtig, wie überhaupt in dieser Klasse mit der Kernmarke BMW an den Start gehen zu können, ist den Bayern die dringend benötigte optische Neuausrichtung. Erstes Projekt des neuen Designchefs Jozef Kaban ist eigentlich der für 2021 geplante Nachfolger des 7ers – mit dem Urban Cross könnte Kaban aber viel radikaler, viel mutiger den Neuanfang einläuten.
In diesen Wochen hat der Ex-Skoda-Chefdesigner dem Vorstand die neue Linie gezeigt – und der war begeistert. Kaban scheint es geschafft zu haben, die Ästhetik von Apple-Produkten mit der typischen BMW-DNA zu kombinieren. Und das, ohne die Kunden wie damals sein Vor-Vorgänger Chris Bangle optisch zu verprellen. Eine Ausrichtung, von der auch der Urban Cross profitieren kann. Denn die Käufer sollen deutlich jünger sein als bei den restlichen Modellen.

Noch kein grünes Licht

Noch sind das Gedankenspiele, grünes Licht vom Vorstand hat der Urban Cross noch nicht. Betrachtet man aber die Zulassungsstatistik, führt fast kein Weg an ihm vorbei. Zwischen 2011 und 2016 ist der Absatz der kleinen SUV von etwa 951.600 Einheiten auf 4,45 Millionen weltweit gestiegen – Tendenz weiter wachsend. Bis 2020 dürfte der weltweite Absatz auf 7,46 Millionen steigen. Und BMW sicher nicht nur zuschauen.
Autoren: Stefan Voswinkel, Michael Gebhardt