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BMW M8 (2019): Test, Competition, Preis, Cabrio, xDrive, Marktstart, Coupé, Motor —

BMW M8 Competition im ersten Test

BMW bringt den neuen M8 vorerst nur als Competition-Modell mit 625 PS. Die erste Sitzprobe zeigt, was das Coupé zum Basispreis von 168.000 Euro kann!

Vorstellung: Aggressiver als der 8er

Volle M-Power für den deutschen Markt! BMW bringt den M8 hierzulande erstmal nur als extrasportliche Competition-Version auf den Markt. Die leistet 625 PS und macht schon rein äußerlich einen noch sportlicheren Eindruck als das bisherige Topmodell M850i. An der Front machen das größere Lufteinlässe und die von schwarzen Doppelstegen unterteilte Niere deutlich. Aerodynamisch optimierte Außenspiegel und größere Kiemen beherrschen die Seitenansicht. Verschiedene Felgen in 20-Zoll (810 M, 811 M oder 813 M) sind ohne Aufpreis zu haben.
Auch das Heck ist mit neuer Schürze und Diffusoreinsatz, in den außen die M-typischen vier runden Auspuffrohre eingelassen sind, sowie kleinem Spoiler auf der Kofferraumklappe komplett auf Sport getrimmt. Bei den M8 Competition-Modellen sind Spoiler, Endrohre und M8-Schriftzug geschwärzt. Ein M spezifisches Fahrwerk mit extrem steifer Anbindung, eine elektromechanische Zahnstangenlenkung mit variabler Übersetzung sowie ein adaptives Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern, das ständig Informationen zur Karosseriebewegung, Fahrbahn und Lenkbewegungen auswertet, sollen für die perfekte Straßenlage sorgen. Bestellbar ist der M8 ab sofort, die ersten Kundenfahrzeuge sollen schon im September 2019 ausgeliefert werden. Allerdings hat sich BMW entschieden den M8 auf dem deutschen Markt vorerst nur als 625 PS starke Competition-Version auf den Markt zu bringen. So kostet die Coupé-Version mindestens 168.000 Euro, während der offene M8 Competition ab 176.000 Euro zu haben ist. Zum Vergleich: Der 530 PS starke M850i startet aktuell bei 125.700 Euro. Die Publikumspremiere des BMW M8 findet auf der IAA in Frankfurt (12. bis 22. September 2019) statt.

Innenraum: Alle Zeichen stehen auf M

Sportlichkeit und Luxus zu vereinen ist nicht immer leicht! BMW macht mit dem M8 vor wie es geht. Der Einstieg ist komfortabel, da die Türen weit öffnen. Schwarze Einstiegsleisten mit M8 Competition und Carbon Core-Schriftzügen begrüßen Fahrer und Beifahrer. Dank Softclose müssen die Türen nur angelehnt werden und ziehen sich lautlos ran – luxuriös. Die Sitzposition ist angenehm tief, erfordert aber keine Verrenkungen wie bei manchem Supersportwagen. Der rote Startknopf und der belederte Gangwahlhebel mit eingestanztem M-Logo sind sportlich! Ein Sonderlob gibt es für die neu entwickelten Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und beleuchtetem M8-Logo. Die stark ausgeformten Sitze bieten viel Seitenhalt und sind trotzdem super bequem. Ganz neu für den BMW M8 ist die zweifarbige Leder-Alcantara-Ausstattung. Dachhimmel und Hutablage in Alcantara kennen wir ja schon seit Jahren. BMW geht jetzt aber einen Schritt weiter und bezieht auch gleich den Mitteltunnel und den kompletten unteren Armaturenträger inklusive Handschuhfach auf Wunsch mit dem Mikrofaserstoff. Dieser Materialmix unterstreicht die Kombination aus Sportlichkeit und Luxus perfekt.

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Auch die restlichen Materialien sind qualitativ auf top Niveau. Trotzdem versprüht ein Bentley Continental GT mit seinen gefrästen und perforierten Details eine noch luxuriösere Atmosphäre im Innenraum, da kann auch das toll verarbeitete Bowers & Wilkins Diamond Surround Sound System
für 5650 Euro nichts dran ändern. Dafür ist Bentley im Innenraum weniger sportlich als der M8, der das aus dem M5 bekannten, dick aufgepolsterten Lenkrad inklusive roter M-Tasten übernimmt. Einziger wirklicher Kritikpunkt beim großen Coupé: Es ist kein vollwertiger Viersitzer, eher ein 2+2-Sitzer. Hinter Fahrer und Beifahrer sitzen maximal Kinder bequem – noch besser eignet sie sich eigentlich als zusätzliche Ablage für Gepäck. BMW gibt zu, dass das Platzangebot auf Porsche 911-Niveau liegt und das obwohl der M8 mit über 4,80 Metern rund 30 Zentimeter länger ist als der Porsche. Zudem kostet das Ausstellungsfahrzeug mit Extras wie Carbon-Paket, Keramik-Bremse und Mattlack über 200.000 Euro – nicht unbedingt ein Schnäppchen!

Ausstattung: Spezielle M-Funktionen

In Sachen Infotainment ist das neue BMW Operating System 7.0 an Bord. Das beinhaltet zwei große Bildschirme: 12,3 Zoll hinter dem Lenkrad sowie ein 10,25 Zoll großes Zentraldisplay. Das System kann auch per Sprache ("Hey BMW") und Gesten bedient werden. Beim BMW M8 bekommt zum ersten Mal das neue Anzeige- und Bediensystem der M-Modelle zum Einsatz. Die wichtigsten neuen Funktionen verbergen sich hinter zwei Tasten auf der Mittelkonsole. Über eine Set-up-Taste sind verschiedene Fahrmodi für einzelne Komponenten wie Motor, Fahrwerk, Lenkung, Bremse und Allradantrieb anwählbar. Dann gibt es noch eine Taste für den sogenannten M Mode, der die Anzeigen und Fahrerassistenzsysteme auf Sport trimmt. Es gibt bis zu drei Modi. So werden beispielsweise im Track-Modus (nur beim M8 Competition) alle Audiosysteme sowie das Zentraldisplay ausgeschaltet, damit der Fahrer sich voll auf die Rennstrecke konzentrieren kann. Alle Assistenten sind deaktiviert, und das Digitalcockpit sowie das Head-up-Display wechseln in eine spezielle M-Ansicht, bei der Drehzahl, Geschwindigkeit und gewählter Gang im Vordergrund stehen. Ebenfalls per Knopfdruck lassen sich die Achtgang-Steptronic und der Sound auswählen. Premiere hat auch das neue integrierte Bremssystem. Es soll einen hohen Bremskomfort bieten und die Bremsweinwirkungen exakt dosieren. Herzstück des Systems ist ein unterdruckfreier Bremskraftverstärker, der über einen elektrischen Aktuator auslöst.

Adaptive LED-Scheinwerfer serienmäßig

Zur Serienausstattung des BMW M8 gehören Komfortzugang, kabelloses Smartphone-Laden, der BMW Display Key, adaptive LED-Scheinwerfer, Head-up-Display mit besonderen M-Anzeigen, der Driving und der Parking Assistant. Gegen Aufpreis bietet BMW außerdem die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-go-Funktion sowie den Driving Assistant Professional, mit dem der M8 teilautonom fahren kann, an. Serienmäßig steht der M8 auf 20-Zoll-Leichtmetallrädern mit Mischbereifung (vorn 275/35, hinten 285/35), optional gibt es weitere Guss- und Schmiederäder in unterschiedlichen Designs und Farben. Das Competition-Modell hat wie üblich 20-Zoll-Felgen im Sternspeichendesign. Um die Optik noch sportlicher zu machen, bietet BMW ein optionales Carbon-Paket an, bei dem die Einleger der vorderen Lufteinlässe, die Außenspiegelkappen, die Kiemen sowie der Heckspoiler und der Heckdiffusor in Carbon ausgeführt sind.

Motor: M8 Competition mit 625 PS

Beim Motor setzt BMW für das neue M-Topmodell auf den 4,4-Liter-V8. Im regulären M8 leistet der Benziner 600 PS im Competition-Modell sind es 625 PS. Bei beiden Leistungsstufen liegt das maximale Drehmoment bei 750 Nm. Geschaltet wird über die Achtgang-M-Steptronic, vom aktuellen M5 übernimmt der M8 auch den Allradantrieb. Das bedeutet, dass auch der M8 per Knopfdruck auf reinen Hinterradantrieb wechseln kann. So ausgerüstet klingen die Sprintwerte wehr als vielversprechend: Der M8 rast als Coupé in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h (Cabrio: 3,4 Sekunden) und ist in 10,8 Sekunden bei 200 km/h (Cabrio 11,3 Sekunden). Das M8 Competition Coupé beschleunigt in 3,2 Sekunden auf Landstraßentempo, und in 10,6 Sekunden auf 200 km/h (Competition Cabrio: 3,3 und 11,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit aller Modelle ist elektronisch auf 250 km/h beschränkt, mit dem optionalen M Driver's Package wird sie auf 305 km/h angehoben. Ein Klappenauspuff ist serienmäßig beim M8 an Bord, bei den Competition-Modellen oder gegen Aufpreis kommt eine M Sportabgasanlage zum Einsatz.
Autoren: Jan Götze, Katharina Berndt