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Abt Audi RS6-E 1000 (2018): Motor, PS, Bilder —

Abt RS6-E mit über 1000 PS

Abt Sportsline hat einen neuen RS 6 am Start. Der Prototyp kommt mit über 1000 PS, knapp 1300 Nm und Formel E-Technik. AUTO BILD hat den Fahrbericht!

Abt Sportsline präsentiert das Tuning der nächsten Generation! Dazu pflanzt der bekannte Tuner zusätzlich zum V8-Biturbo einen Elektromotor in den Bestseller Audi RS 6. Genau wie bei den Hypersportwagen Ferrari LaFerrari und McLaren P1 geht es hierbei einzig und allein um maximale Leistung: Statt der serienmäßigen 605 PS hat der RS6-E 1000 eine Systemleistung von 1018 PS und 1291 Nm maximales Drehmoment!

1018 PS und 1291 Nm Drehmoment

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Im Normalfall ist der Hardcore-RS 6 mit der von Abt bekannten Leistungsstufe von 730 PS unterwegs. Diese Zusatzleistung wird durch Motortuning in Form eines Motorsteuergeräts und einer kompletten Auspuffanlage inklusive Vorschalldämpfer-Ersatzrohren erreicht. Bei Bedarf unterstützt der im Kardantunnel verbaute Elektromotor mit einer Zusatzleistung von 288 PS und weiteren 317 Nm Drehmoment. Der Elektro-Antriebsstrang wiegt 255 Kilo. Mit einem Gesamtgewicht von 2205 Kilo ist der RS6-E 1000 kein Leichtgewicht. Die kompakte Batterie hat eine Kapazität von 13,6 kWh, was für etwa 15 Boosts reichen soll und sitzt im Kofferraum. Abgerufen wird der Boostmodus per Knopfdruck im Lenkrad, ähnlich dem DRS-Knopf bei einem Formel-1-Auto. Freigegeben wird die Extrapower ab 100 km/h in den Gängen drei bis acht bei mindestens 75 Prozent Gaspedalbetätigung.

Schon gefahren: Abt Sportsline RS6-E 1000

Das muss natürlich getestet werden: Da die Straßenzulassung für den Prototyp fehlt, wurde die Teststrecke ideal gewählt. Eine schnurgerade Piste direkt neben dem Flughafen Memmingen. Ein Druck auf den Starterknopf und der V8 brabbelt willig vor sich hin. Nicht zu überhören ist der Elektromotor zwischen den beiden Vordersitzen, dessen akustische Rotation wie ein Düsentriebwerk anmutet. Die Piste ist gerade einmal 1,1 Kilometer lang – so heißt es schnell sein – auf Gas und Bremse. Mit Vollgas auf Tempo 100 und dann den grünen Boost-Knopf am griffigen Lenkrad gedrückt. Der Elektroschub wirkt dank einer Gesamtleistung von 1018 PS und 1.291 Nm maximalem Drehmoment wie ein Vitamintritt in den Rücken. Dann voll in die Bremse, denn die Strecke ist für ein längeres Vollgasstück leider zu kurz. Zurück das gleiche Spiel – nochmal und nochmal. Das mächtige Leergewicht von mehr als 2,2 Tonnen ist dem Abt-Koloss nur kurz anzumerken und spätestens beim erneuten Druck auf den grünen Taster fühlt man sich wieder wie der Flugkapitän des Jets. Die Beschleunigungswerte des Abt Audi RS6-E liegen auf dem Niveau eines Supersportwagens – insbesondere oberhalb von Tempo 100. Wenn sich der Elektroboost zu- und der Kopf des Fahrers zumindest für Sekundenbruchteile abschaltet, ist das Durchbrechen der 100er-Marke nach 3,3 Sekunden nur ein kurzes Intermezzo. Denn die 200er-Marke knackt der bunt beklebte Kombi in weniger als 9,5 Sekunden. Das sind zwei Sekunden weniger als das 730-PS-Monster ohne Elektro-Boost. Abgeregelt wird wegen der Reifen jedoch ebenfalls bei knapp über 320 km/h.

Vollfolierung und Felgen im Jon-Olsson-Style

Bei der Optik des RS6-E 1000 setzt Abt auf das bekannte Bodykit inklusive Radhausentlüftungen, Schürzenaufsätzen und Heckspoiler. Die 21 Zoll großen GR-Felgen mit Aero-Aufsätzen waren zuerst auf Jon Olssons letztem "RS 6 Phoenix" zu sehen, und für die nötige Tiefe sorgen KW Gewindefahrwerksfedern. Optisches Highlight ist aber die Vollfolierung, die an das Design von Leiterplatinen erinnern soll. Besonders interessant ist, dass Abt Sportsline bei der Technik auf die hauseigene Abteilung für Elektromobilität (Abt e-Line) setzt, die auch das Formel-E-Team von Audi betreut. Noch ist der Abt Sportsline RS6-E 1000 ein Prototyp, zu den Serienchancen macht der Tuner bisher keine Angaben. Sicher ist aber, dass sich auch die Tuning-Industrie auf einen Wandel vorbereitet.
Autoren: Jan Götze, Stefan Grundhoff