Schließen

24h Nürburgring: Die Favoriten —

Pinke Mücke gegen gelbe Mamba

Die Vorjahressieger von Audi werden gejagt: viel Tierzeug in der Grünen Hölle. Das sind die Favoriten des 24 Rennens am Nürburgring. 

Es wird wild in der Grünen Hölle: Im Nordschleifen-Dschungel kämpft die pinke Mücke (Audi R8 LMS, 585 PS vom Team Mücke aus Berlin) gegen die gelbe Mamba (Mercedes-AMG GT3, 550 PS von HTP aus Altendiez)! Die Artenvielfalt ist riesig, und das Starterfeld ist so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Alle Hersteller haben die Chance auf den Erfolg.
Gejagt wird dabei die pinke Audi-Mücke! Vorjahressieger Markus Winkelhock (37), der gemeinsam mit Christopher Haase (30) für Team BWT startet, will seinen vierten Gesamtsieg. Mit Phoenix, WRT, Mücke und Land erhalten gleich vier Teams mit je einem Audi R8 LMS Werksunterstützung. „Und mit sieben früheren Siegern an Bord haben wir auch fahrerisch eine starke Truppe“, glaubt Kundensport-Leiter Chris Reinke. Auch der amtierende DTM-Meister René Rast (31) ist dabei, er startet für das belgische WRT-Team, sowie für Land.
Doch die gelbe Mamba will zubeißen! Im Mercedes-AMG GT3 im Schlangendesign von Sponsor Mann Filter starten unter anderem die DTM-Piloten Daniel Juncadella (26) und Edoardo Mortara (31) sowie Maximilian Götz (32, GT Masters). Mercedes schickt insgesamt vier werksunterstützte Boliden von zwei Teams ins Rennen. Black Falcon und HTP Motorsport setzen je zwei GT3-Autos ein. Auch Maro Engel (32) kämpft für Black Falcon um seinen zweiten Sieg. Insgesamt sieben Mercedes-AMG GT3 gehen auf die Hatz durch die Grüne Hölle.
BMW ist seit 2010 ohne Erfolg. Trotzdem setzen die Münchener auf Klasse statt Masse: Rowe Racing wird als einziges werksunterstütztes Team mit zwei M6 GT3 (585 PS) an den Start gehen, Falken Motorsports erhält immerhin fahrerische Unterstützung aus München. Schnitzer und Schubert Motorsport sind nicht mehr dabei, nur Walkenhorst Motorsport hält die BMW-Fahnen hoch. Am Start sind unter anderem DTM-Pilot Augusto Farfus (34) und WEC-Star Martin Tomczyk (36).
Auch Porsche ist seit langer Zeit erfolglos – zuletzt siegten sie im Jahr 2011. Das Top-Team der letzten Jahre ist aber weiterhin dabei: Manthey Racing bringt gleich zwei Porsche 911 GT3 R (500 PS) mit Werksfahrer-Besetzung an den Start. Hinzu kommen die Boliden von Frikadelli Racing, GetSpeed Performance, Falken Motorsports sowie dem Team75 Bernhard von Langstrecken-Weltmeister Timo Bernhard (37).
Aston Martin ist mit einem Werksaufgebot zurück in der Eifel. Die Briten werden zwei Vantage GT3 (600 PS) mit Werksfahrern wie Maxime Martin (32, WEC) oder Nicki Thiim (29) an den Nürburgring bringen. Die seltenen Spezies scheinen gegen diese großen Tiere im Eifel-Dschungel chancenlos – auch wenn sie in der gleichen Klasse fahren. Das Wochenspiegel Team Monschau greift mit dem Ferrari 488 GT3 (550 PS) nach einer Top-Platzierung, Konrad Motorsport startet den dritten Angriff mit dem Lamborghini Huracán GT3 (500 PS).
Bentley und Nissan wagen sich in diesem Jahr erst gar nicht in den Dschungel. Nur US-Milliardär James Glickenhaus (67) darf nicht fehlen. Die Scuderia Cameron Glickenhaus startet wie bisher mit dem eigenen SCG003C. Kann der Außenseiter die großen Biester zu Fall bringen? Wer beißt sich im Nordschleifen-Dschungel durch? Die endgültige Entscheidung fällt – wie in den Jahren zuvor – wohl erst in den letzten Runden des Rennens. 
Autor: Sönke Brederlow